Teure Dauerstellplätze : Teure Dauerstellplätze in Hamburg: Parken für knapp 5000 Euro pro Jahr

Wenn die kostenlosen Parkplätze dicht sind, fahren manche Autofahrer entnervt ins teure Parkhaus.
Wenn die kostenlosen Parkplätze dicht sind, fahren manche Autofahrer entnervt ins teure Parkhaus.

So viel ist klar: Das Parken in der City ist teuer, die Stellflächen sind knapp und die HVV-Verbindungen gut. Stellplätze für Autos werfen hohe Renditen ab und sind bei Investoren beliebt.

shz.de von
09. Mai 2018, 08:50 Uhr

Hamburg | So viel ist klar: Das Parken in der City ist teuer, die Stellflächen sind knapp und die HVV-Verbindungen gut. Doch für manch einen von außerhalb kann auf die Fahrt mit dem Pkw unverzichtbar sein. Dann muss tief ins Portemonnaie gegriffen werden, besonders wenn es ein Parkhaus sein soll.

Vier Euro kostet der Spaß pro Stunde im Parkhaus Alsterhaus, das Tagesticket für 28 Euro. In der Neuen ABC-Straße verlangt Parkhausbetreiber Apcoa freitags und samstags sogar 4,50 Euro und 30 Euro für einen Tag. Doch das sind Peanuts im Vergleich zur Königsklasse. Wer sich den Luxus gönnt und seinen Wagen dauerhaft zu jeder Zeit überdacht im Zentrum parken will, muss inzwischen eine Miete zahlen wie andere für eine gesamte Wohnung im unteren Preissegment.

Den Vogel schießt Apcoa ab. Europas größtes Parkhausbetreiber verlangt an der Elbphilharmonie für einen Stellplatz im Monat 410 Euro – macht im Jahr 4920 Euro. Nur unwesentlich günstiger ist sein Angebot in den Stadthöfen: 351,05 Euro monatlich. Das wundert kaum. Denn Apcoa mit seinen europaweit über 1,4 Millionen Parkplätzen wurde nach eigenen Angaben erst 2014 von Centerbridge Partners übernommen. Der New Yorker Hedgefonds ist auf den günstigen Einkauf notleidender Unternehmensanleihen fokussiert und spekuliert auf Wertsteigerungen nach einer Übernahme der angeschlagenen Firmen. In Hamburg betreibt Apcoa zurzeit 30 Parkhäuser.

Offenbar sprudeln die Erlöse mit den betontrockenen Stellplätzen sogar so gut, dass nicht nur Betreiber wie Apcoa profitieren. Denn diese haben die Immobilien oft nur langfristig von wiederum anderen Investoren gepachtet, die ebenfalls abkassieren. „Parkhäuser bieten ein besonders interessantes Rendite-Risiko-Profil“, verspricht der niederländische Bouwfonds, stetige Gewinne und keine Leerstände. Auch Privatanleger konnten sich bereits an zwei geschlossenen Investmentfonds der Niederländer beteiligen. Die jährlichen Gewinnausschüttungen aus der Verpachtung lägen zwischen 4,5 und 5,5 Prozent, berichtet Kapitalverwalter Ruud Roosen.

Doch nicht nur die private Finanzindustrie macht Kasse, auch die Stadt Hamburg mischt in der vielversprechenden Assetklasse fleißig mit. Die stadteigene Sprinkenhof GmbH betreibt acht Parkhäuser und liegt preislich aber eher im mittleren Bereich. An der Kunsthalle verlangt sie drei Euro pro Stunde. Das ist so viel wie die Gebühr für einen Parkplatz am Straßenrand in der teuersten Cityzone 1. 

Für einen Dauerstellplatz im Parkhaus am Hauptbahnhof verlangt die Sprinkenhof monatlich 148,75 Euro. Deutlich günstiger als Apcoa an der Elbphilharmonie. Doch es gibt noch billiges Parken. Knapp 60 Euro pro Monat im Sprinkenhof-Parkhaus Rahlstedt oder nur ein Euro für ganze zwei Stunden am Billstedt Center. Nur die City ist von dort aus noch weit entfernt.

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