Terminal Altenwerder : "Robo-Fahrzeuge" im Hamburger Hafen fahren jetzt mit Ökostrom

Jens Kerstan (Bündnis90/Die Grünen), Senator für Umwelt und Energie in Hamburg, und Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), stehen auf dem Gelände des Containerterminal Altenwerder (CTA) vor einem batteriebetriebenen Containertransporter (AGV). Kerstan überreichte am Montag einen Förderbescheid über acht Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Damit will die Behörde den Kauf von mit Lithium-Ionen-Batterien betriebenen Containertransportern und Stromtankstellen fördern.
Jens Kerstan (Bündnis90/Die Grünen), Senator für Umwelt und Energie in Hamburg, und Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), stehen auf dem Gelände des Containerterminal Altenwerder (CTA) vor einem batteriebetriebenen Containertransporter (AGV).

Mit der Umstellung ihrer vollautomatischen Containertransporter am Terminal Altenwerder auf Ökostrombetrieb will der Hamburger Hafenkonzern HHLA rund 15.500 Tonnen CO2 und 118 Tonnen Stickoxid jährlich einsparen.

shz.de von
17. April 2018, 08:44 Uhr

Hamburg | Mit der Umstellung ihrer vollautomatischen Containertransporter am Terminal Altenwerder auf Ökostrombetrieb will der Hamburger Hafenkonzern HHLA rund 15.500 Tonnen CO2 und 118 Tonnen Stickoxid jährlich einsparen. Die Stadt fördert das Projekt mit knapp acht Millionen Euro. Einen entsprechenden Förderbescheid übergab Umweltsenator Jens Kerstan am Montag der HHLA-Vorstandschefin Angela Titzrath bei der Vorstellung eines Prototypen mit neuartiger Lithium-Ionen-Batterie, die auch als Strom-Zwischenspeicher dienen soll, um die Netze zu entlasten.

In diesem Jahr sollen 25 solcher Fahrzeuge und sechs spezielle Ladestationen, die automatisch angesteuert werden, in Altenwerder in Dienst genommen werden. Bis 2022 soll die gesamte knapp 100 sogenannte AGV umfassende Flotte umgestellt sein. 18 Ladestationen sollen dann für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Die AGV übernehmen computergesteuert und selbstfahrend den Transport der Container von den Schiffen zum Lager.

Bisher fährt ein Großteil der AGV mit Verbrennungsmotoren. Die Flotte verbraucht so bis zu 4,5 Millionen Liter Diesel pro Jahr. Mit der Umrüstung sei der CTA „auf dem besten Weg, zum Zero-Emission-Termial zu werden“, sagte Titzrath. Kerstan verwies darauf, dass ein „Hafen im Herzen der Stadt“ Umweltbelastungen mit sich bringe. Umso erfreulicher sei das AGV-Projekt. „118 Tonnen Stickoxid in der Mitte der Stadt einzusparen, ist ein wirklich großer Effekt und hilft meiner Behörde auch beim Luftreinhalteplan.“

Dadurch, dass die Akkus der Fahrzeuge als Zwischenspeicher fungieren, können sie Netzschwankungen ausgleichen – etwa bei Windstille in der Nordsee, wenn wenig Strom aus Windkraft erzeugt wird. Dann sollen sie aktuell nicht gebrauchte Energie ins Netz zurückspeisen. Gleichzeitig steuert sie die Elektronik bei starker Stromproduktion gezielt an die Ladestationen.

„Die HHLA zeigt auf, wie die Richtung der Energiesysteme sein muss“, sagte Kerstan. Die Energiewende sei nur möglich, wenn alle Akteure und Komponenten intelligent miteinander vernetzt seien. Titzrath bezeichnete den Terminal Altenwerder als „Freiluftlabor der Energiewende“.

Weniger euphorisch zeigte sich der hafenpolitische Sprecher der Linksfraktion in der Bürgerschaft: „Das Projekt ist zwar an sich sinnvoll, mindert die Luftbelastung durch den Hafen aber nur unwesentlich“, sagte Norbert Hackbusch. „Es bleiben die Seeschiffe, die für den großen Anteil der Luftbelastung durch den Hafen verantwortlich sind.“

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