zur Navigation springen
Tipps & Trends

18. Dezember 2017 | 10:32 Uhr

Teil 3 : Zwischen Mahnung und Kulanzangebot

vom

Vor knapp zwei Monaten hat sich Radakteur Michael Kuhr auf mutmaßliche Betrüger im Internet eingelassen. "Grosshandel B2B" fordert statt einst 240 Euro jetzt "nur noch" 84.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 09:58 Uhr

Eutin | Nach seiner Sommerpause hat auch der dubiose "Grosshandel B2B" offenbar wieder seine Arbeit aufgenommen. Nach einer Androhung, ein Inkasso-Unternehmen mit dem Eintreiben der geforderten 240 Euro gegen OHA-Redakteur Michael Kuhr einzuschalten wird der Druck wenig später noch einmal mit der "Prüfung einer Strafanzeige" erhöht. Seit ein paar Tagen liegt sogar ein "Persönliches Kulanzangebot" vor.
Zur Erinnerung: Mit einem unbedachten Klick auf einem virtuellen Business-Portal im Internet kann so einiges ausgelöst werden. Die Firma "B2B" verlangt von mir nach so einem unbedachten Klick mittlerweile 245 Euro - inklusive zweiter Mahngebühren von jeweils 2,50 Euro. Dafür soll ich Zugang zu besonderen Portalen bekommen, wo Interessantes zum Einkaufspreis angeboten werden soll. Doch ich weigere mich beharrlich zur Zahlung. Die dubiose Firma, gegen die bereits in Chemnitz ermittelt werden soll, erhöht weiter den Druck.

Drohung mit Inkasso und Gerichtsvollzieher

"Nach Ablauf von fünf Tagen werden wir die National Inkasso GmbH mit der Forderungseinziehung beauftragen und ein gerichtliches Mahnverfahren gemäß §§ 688 ff. ZPO gegen Sie einleiten, wodurch erhebliche Kosten für Gericht und Anwalt, nötigenfalls auch Vollstreckungskosten für den Gerichtsvollzieher, entstehen", heißt es in einer E-Mail. Endlich, denke ich. Wenn der Gerichtsvollzieher kommt, dann wird es endlich offiziell.
Nur einen Tag später dann ein neuer Brief im Postkasten: Es ist die Ankündigung, eine Strafanzeige gegen mich zu prüfen: "Aufgrund Ihres Verhaltens liegt der Verdacht nahe, dass Sie weder zahlen können noch wollen", schreiben die beiden Geschäftsführer David J. und Thomas W., gegen die bereits von der Staatsanwalt in Chemnitz ermittelt werden soll. Sie verdächtigen mich des Betruges, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden kann, scheinen sich die beiden Geschäftsführer offenbar gut auszukennen.

Plötzlich kein Interesse an strafrechtlicher Verfolgung

Doch sie beruhigen mich in diesem Brief, denn ihnen ist natürlich nicht an einer strafrechtlichen Verfolgung gelegen, obgleich die "B2B"-Rechtsanwälte ihnen empfahlen, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, wenn sich die Angelegenheit nicht aufklärt. Der Ratschlag aus Chemnitz: Ich sollte mich mit "B2B" in Verbindung setzen oder die 240 Euro endlich überweisen.
Anfang August die Überraschung: ein "persönliches Kulanzangebot" flattert ins Haus. Statt der bisher so vehement geforderten 245 Euro soll das Thema jetzt durch eine Zahlung von 84 Euro erledigt sein, "um Ihnen und uns weitere unnötige Kosten einer gerichtlichen Geltendmachung zu ersparen". Die Geschäftsführer David J. und Thomas W. stellen fest, dass das "ein einmaliges Kulanzangebot" ist. Das Angebot gelte allerdings nicht, sollte ich schon eine Teilzahlung überwiesen haben. Sie unterbreiteten mir das Angebot, weil sie "von unserer Dienstleistung überzeugt sind und davon ausgehen, dass Sie durch unseren virtuellen Marktplatz profitable Geschäfte erzielen können".
Ach ja, ich erinnere mich: Ali lässt grüßen. Der Ali, der so krass Kohle machte... Der Ali, der mit Euro-Scheinen winkte, weil er auf dem Online-Marktplatz zum Beispiel Smartphones oder Computer billig einkaufte und durch Verkäufe im Internet fünfstellige Euro-Gewinne machte. Ich bleibe hart und warte gespannt auf weitere Reaktionen von "B2B" aus Chemnitz.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen