Volkszählung : Zensus 2011: Wer muss mitmachen?

Der Erhebungsbogen  enthält  46 Fragen unter anderem zu Alter, Familienstand und Beruf. Die Beantwortung ist Pflicht.  Foto: dpa
Der Erhebungsbogen enthält 46 Fragen unter anderem zu Alter, Familienstand und Beruf. Die Beantwortung ist Pflicht. Foto: dpa

Wer sich weigert oder falsche Auskünfte gibt, muss zahlen: Für den Zensus 2011 sind bereits 285.000 Haushalte im Land angeschrieben worden.

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03. Mai 2011, 11:06 Uhr

Kiel | Jetzt ist es soweit: In den Briefkästen von 285.000 Schleswig-Holsteinern landen in diesen Tagen die Terminankündigung für die Befragung zur Volkszählung. Ziel des Zensus 2011: Die Ergebnisse sollen künftige Planungen erleichtern, zum Beispiel von Schulen sowie Kinder- und Altenbetreuung. Dafür brauche der Staat Daten, wie viele Menschen wo leben. Die Angaben werden auch benötigt , um Wahlkreise oder die Stimmverteilung der Bundesländer im Bundesrat an die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung anzupassen. Aktuelle Angaben über Anzahl und Baujahr der Wohnungen ermöglichen zudem eine bessere Einschätzung der erforderlichen Menge an Wohnungsneubauten. Daher wird parallel eine Gebäude- und Wohnungszählung durchgeführt.
Der "Zensus 2011" setzt eine Verordnung der EU um. Er besteht aus zwei Teilen: Zum einen werden am Stichtag 9. Mai bereits vorhandene Daten der Meldebehörden, der Arbeitsagentur und des Bundes bei den Statistischen Landesämtern zusammengefasst. Parallel werden bei Haushaltsstichproben rund zehn Prozent der Bürger direkt befragt. "Sie wurden mittels eines mathematischen Zufalls verfahrens ausgewählt", erläutert Jürgen Delitz vom Statistikamt Nord in Hamburg. "Wurde in der Stichprobe ein Mehrfamilienhaus gezogen, sind automatisch alle an dieser Adresse wohnenden Haushalte betroffen".
Geldbuße für falsche Auskünfte
Zudem werden alle Eigentümer und Verwalter von Wohnungen und Häusern und alle in Wohnheimen und Gemeinschaftseinrichtungen lebenden Menschen (Studenten- und Alten heime) befragt. Grundsätzlich besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht. Einzige Ausnahme: die Frage nach der Religionszugehörigkeit. Wer sich weigert, an der Befragung teilzunehmen oder Fragen absichtlich falsch beantwortet, muss mit einer Geldbuße rechnen.
Die 2500 Interviewer, die die Haushaltsbefragungen im Norden durchführen, müssen nicht in die Wohnung gelassen werden - die Befragung kann zum Beispiel auch im Hausflur stattfinden. "Wer zum angegebenen Zeitpunkt verhindert ist, kann einen anderen Termin vereinbaren. Eine Telefonnummer des Erhebungsbeauftragten ist auf der Karte angegeben", erklärt Delitz. Möchte ein Bürger die Fragen lieber schriftlich beantworten, kann er sich den zehnseitigen Fragebogen vom Interviewer aushändigen lassen und ihn innerhalb von 14 Tagen an die Erhebungsstelle zurückschicken. Eine weitere Möglichkeit ist das Onlineverfahren, die Anmeldung erfolgt über die die Internetseite www.zensus2011.de. Die notwendigen Anmeldedaten stehen auf der ersten Seite des Fragebogens. Bei der Gebäude- und Wohnungszählung wird von vornherein ein Fragebogen per Post zugeschickt.
Interviewer müssen sich ausweisen
Die Interviewer sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Sie müssen sich unaufgefordert mit einem von der Erhebungsstelle ausgestellten Ausweis, der nur in Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis gültig ist, ausweisen.
Das Statistikamt Nord betont, dass die Interviewer die Bürger ausschließlich persönlich zum Interview oder zur Übergabe der Fragebogen aufsuchen. Telefonische Interviews finden nicht statt. "In Zweifelsfällen können die betroffenen Personen Kontakt mit der zuständigen Erhebungsstelle aufnehmen", erläutert Delitz. "Adresse und Telefonnummer sind auf den Ankündigungsschreiben vermerkt".
(shz, kim)

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