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Blühende Schwerter im Bauerngarten - Gladiolen fallen auf

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Bremerhaven (dpa/tmn) - Man kennt sie heute vor allem als Schnittblumen: Die mächtigen Gladiolen zieren im Sommer ganze Felder, wo sie für ein paar Euro gepflückt werden können. Aber eigentlich sind die edlen Blüten auf hohen Stielen beliebte Gewächse im Bauerngarten.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 11:33 Uhr

Bremerhaven (dpa/tmn) - Man kennt sie heute vor allem als Schnittblumen: Die mächtigen Gladiolen zieren im Sommer ganze Felder, wo sie für ein paar Euro gepflückt werden können. Aber eigentlich sind die edlen Blüten auf hohen Stielen beliebte Gewächse im Bauerngarten.

Der Blumengarten ist im Sommer sehr farbenfroh. Die vielen Blüten verschwimmen zu einem bunten Teppich. Aber eine Blume erkennt man immer, selbst aus der Ferne: Es ist die Gladiole mit ihren langen, kräftigen Blütenstielen. «Aufgrund der üppigen Blüte passt die Gladiole sehr gut zum Stil eines Bauerngartens», sagt der Buchautor und Botaniker Wolfgang Hensel.

Er empfiehlt neben den im Sommer blühenden Sorten auch die spät blühenden Formen zu pflanzen. Denn sie bringen bis in den Herbst hinein Farbe in die Beete. Die Blütezeit kann der Gärtner mit einem Trick verlängern: Die Knollen werden zeitversetzt im Abstand von zwei bis drei Wochen gepflanzt. Die Schwertliliengewächse gedeihen in lockerem Boden, der Feuchtigkeit speichert, aber nicht zu Staunässe neigt. Ein hoher Humus- und Nährstoffanteil fördert das Wachstum.

Man unterscheidet zwischen der eher zierlichen Nanus-Gruppe, der blütenreichen Primulinus-Gruppe mit leicht helmförmigen Blüten und der Grandiflorus-Gruppe. Letztere ist am variantenreichsten, was Blütenform sowie ihre Farbe und die Anzahl der Blüten am Stiel angeht. Die Pflanzen werden zwischen 90 und 130 Zentimeter hoch, mitunter auch bis zu zwei Meter. Je kleiner der Garten ist, desto eher sollte man zu niedrigen Sorten greifen. «Sonst werden die Proportionen gesprengt», sagt Buchautor Hensel. 

In großflächigen Gärten kommen die höheren Formen zwar angemessen zur Geltung. Allerdings müssen Hobbygärtner wissen, dass Wind oder Gewitterregen die Gladiolen mit ihren hohen Stielen beschädigen können - ausgenommen die Zwerggladiolen. «Die unauffälligste Lösung, den Stielen Halt zu verleihen, sind Einzelstäbe mit Ringen zum Einhängen von jeweils ein bis zwei Pflanzen», erläutert Hensel. Allerdings kann man auch einen einfachen Bambusstab nehmen und die Stiele mit einer Gartenschnur locker daran festbinden.

«In einem normalen Bauerngarten hinter einem Reihenhaus würde ich zwei bis drei Fünfergruppen möglichst frühblühender Zwerggladiolen pflanzen», empfiehlt der Buchautor. Ein bis zwei Fünfergruppen spätblühender, höherer Hybriden runden die Bepflanzung ab.

Als Schnittblumen eignen sich Gladiolen wunderbar. Denn sie sind lange haltbar, erläutert Ilka Siedenburg, Floristmeisterin aus Bremerhaven. «Die Blüten haben eine starke Ausstrahlung und große dominante Blüten.» Das Spektrum der Blütenfarben reicht von Weiß über Grün, Gelb, Orange, Lachs bis hin zu Rot, Lavendel und Violett. Auch mehrfarbige Sorten gibt es, und ungewöhnliche Blütenfarben wie ein fast schwarzes Mokkabraun, ein rauchiges Violett und ein Limonengelb.

Will man die Schnittblumen im eigenen Garten ziehen, sollte man sie laut Botaniker Hensel am Rand der Beete pflanzen. Denn werden sie geerntet, bleiben keine Lücken zurück. «Geschnitten werden die Stiele in knospigem Zustand», erklärt Siedenburg. «Nur die unteren Blütenknospen sollten bereits Farbe zeigen.» Viel Beiwerk benötigen Gladiolen im Gefäß nicht. «Ich würde höchstens mit farbigen Zweigen von Hartriegel oder einigen Gräsern die schlichte, geradlinige Form unterstreichen», rät die «Floristin des Jahres 2010».

Alle Gladiolen haben eine Knolle, mit deren Hilfe sie den Winter überdauern. Allerdings sind die eleganten Blumen in unseren Breiten nicht winterhart. Daher werden die Knollen erst im Frühjahr gepflanzt, wenn sich der Boden leicht erwärmt hat und keine Nachtfröste mehr drohen. «Im Oktober, spätesten Anfang November, wenn das grüne Laub der Gladiolen zu welken beginnt, werden die Knollen vorsichtig ausgegraben», erläutert Hensel.

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