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Auswilderung zweier Steinkäuze : Wo die Schafe blöken ist Steinkauz-Land

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Paarungsvermittler Meckel entlässt zwei Steinkäuze ins freie Leben. Sie wurden im Wildpark Eekholt nach Verletzungen aufgepäppelt.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2013 | 04:37 Uhr

Haale | "Aaah, wenn man hier die Schafe blöken hört, dann weiß man: Das ist Steinkauz-Land", sagte Dirk-Peter Meckel, als er auf dem Hof von Günter Harders aus dem Auto stieg.

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands Eulenschutz hatte zwei junge Steinkäuze im Gepäck. Der Hof von Harders befindet sich in Sichtweite der Haaler Au und ist für Meckel ein bevorzugter Standort für Auswilderungsaktionen. Seit 2010 ist der Schenefelder jedes Jahr bei Harders zu Gast, um ein oder zwei Eulen in die freie Wildbahn zu entlassen.

Ideales Jagdrevier für Steinkäuze

Was macht den zwischen Haale und Lütjenwestedt gelegenen Bauernhof zu einem so geeigneten Jagdrevier für Steinkäuze? "Extensiv bewirtschaftetes Dauergrünland ist optimal für die Eulen", erklärte Meckel, "hier stehen dazu noch schöne Bäume, die sie zur Ansitzjagd nutzen können - das ist ideal!" Weniger ideal ist die direkt vor dem Hof verlaufende Landesstraße 127. Die Steinkäuze setzen sich gern auf ein Bushaltestellenschild, um von da aus Jagd auf die sich am Straßenrand tummelnden Mäuse zu machen. "Wenn sie losfliegen, tauchen sie erstmal ganz tief ab", hat Harders beobachtet, "und deshalb sind da schon mehrere Steinkäuze überfahren worden." Steinkäuze jagen in unmittelbarer Umgebung ihres Zuhauses und benötigen bei ausreichendem Nahrungsangebot nur eine Reviergröße von einem bis zehn Hektar.

Bei den zwei Steinkäuzen, die Meckel diesmal dabei hatte, handelte es sich um ein Weibchen und ein Männchen, die beide nach Verletzungen im Wildpark Eekholt hochgepäppelt worden waren. "Wenn ich die beiden hier zusammen aussetze, werden sie sich abstoßen und in verschiedene Richtungen losziehen", erläuterte der Eulenexperte. Ziel der Auswilderungsaktion sei jedoch eine Verpaarung der nicht verschwisterten Jungvögel. Weshalb Meckel das Männchen auf dem mit drei Steinkauznisthilfen ausgestatteten Hof Harders freiließ, das Weibchen hingegen noch einen Kilometer weiter in die Feldmark chauffierte, nach Moorkate. "Wenn nun das Männchen anfängt zu rufen, wird das Weibchen vielleicht angelockt", bemerkte Paarungsvermittler Meckel, "wir hoffen, dass die beiden zueinander finden werden."

Gute Erfolgsaussichten

Die Erfolgsaussichten seiner Aktion schätzt der Vizevorsitzende des Landesverbands Eulenschutz recht positiv ein, denn die Auswilderungsbilanz der vergangenen Jahre kann sich sehen lassen: "In der Region rund um Hanerau-Hademarschen haben wir jetzt zehn bis 15 Steinkauz-Brutpaare." Meckel befürchtet, dass sich der lange Winter überaus negativ auf die Eulenpopulationen in ganz Schleswig-Holstein auswirken wird. Die Mäusejagd war für die Eulen wegen Kälte, Schnee und Wind sehr erschwert. "Darunter hat auch der Steinkauz gelitten, obwohl er auf andere Beutetiere wie Singvögel ausweichen kann."

Die Schleiereule ist weniger flexibel und darum total abhängig von der Maus als ihrer Leibspeise. "Für die Schleiereulen ist das ein ganz harter Winter gewesen, wir hatten relativ viele Totfunde", berichtet Meckel, "im März müssen die Eulen fit sein für Balz, Paarung und Brut, und wenn sie dann keine Nahrung finden, ist das ganz schlecht."

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