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Aufs Training kommt es an : Wenns klick macht

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Für Kopf und Beine: Spezielle Übungen fordern den Hund geistig und körperlich.

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2013 | 06:42 Uhr

Mit Schwung schließt Dusty die Tür. Die zehnjährige Kooikerhondje-Hündin stellt sich dazu auf die Hinterbeine, gibt der Tür mit den Vorderpfoten einen kräftigen Schubs. Direkt danach ist ein metallisches Klickgeräusch wie aus einem Knackfrosch zu hören und der Vierbeiner blickt erwartungsvoll zu seinem Frauchen auf. "Mit dem Klicker demonstriere ich meiner Hündin, dass sie alles richtig gemacht hat", erklärt Carola Ohlhoff und reicht Dusty ein Leckerli. Beim sogenannten "Klickertraining", das die Bredstedterin ausübt, wird der Zusammenhang zwischen einem Klickgeräusch und einer Belohnung, meist in Form eines Leckerlis, hergestellt. Der Hund beginnt dadurch, aus eigenem Antrieb herauszufinden, was sein Besitzer von ihm wünscht. Anfangs habe sie bereits einen Klick gegeben, als Dusty nur in die Richtung der Tür geschaut habe, erzählt Carola Ohlfoff weiter. So haben die beiden sich Klick für Klick dem gewünschten Ziel genähert.

Auch mit ihrer dreijährigen Hündin Amber übt Carola Ohlhoff das Klickern, momentan gerade das Schließen von Schubladen. Obwohl die Golden Retriever Hündin doppelt so groß ist wie Dusty, geht sie mit viel mehr Vorsicht vor. Ganz zaghaft stupst sie die Schublade mit ihrem Unterkiefer oder der Nase an und schiebt sie Zentimeter für Zentimeter zu.

Für einen Klick tun die Hunde fast alles

Der Vorteil beim Klicker sei, dass er unabhängig von der Laune des Besitzers immer gleich klinge, erklärt Carola Ohlhoff. Falsches Verhalten habe sie einfach ignoriert und so ihren beiden Vierbeinern schnell und vor allem mit viel Spaß die unterschiedlichsten Dinge beigebracht. Ob eine Hand mit der Pfote abklatschen, das Telefon holen oder die Waschmaschine anschalten - für einen Klick tun die beiden Hunde nahezu alles. Auch wenn die Tiere in der Regel großen Spaß am Training haben, sollte eine Übungseinheit jedoch nicht zu lange andauern, da sie für die Vierbeiner geistig sehr anstrengend ist.

Ist das Procedere einmal verinnerlicht, kann auch in unregelmäßigen Abständen geübt werden. Carola Ohlhoff hat bereits Übungspausen von vier Wochen oder mehr eingelegt, ohne dass ihre Hunde das Erlernte vergessen hatten.

Auch Sport für mehr Gehorsam

Eine weitere Möglichkeit, seinen Hund mental zu beschäftigen, ist die Sportart "Obedience" zu deutsch "Gehorsam". Die Bredstedterin Kerstin Raeth übt mit ihrer fünf Jahre alten Hündin unter anderem diese Sportart aus. "Ich nehme mit Ilva zwar auch schon an Agility und der Flächensuche teil, aber damit ist sie noch nicht ausgelastet", erzählt die Hundebesitzerin. Die 40 Zentimeter hohe Hündin ist ein Australian Cattle Dog und ein kleines Powerpaket.

Aufmerksam und gehorsam befolgt sie die Befehle, die ihr Frauchen aus einigen Metern Entfernung per Handzeichen gibt. Doch nicht nur der Gehorsam steht bei dieser Sportart im Vordergrund, auch eine Sozialverträglichkeit der Tiere ist erforderlich. Geübt wird beispielsweise das bei Fuß gehen ohne Leine, Kommandos ausführen aus der Entfernung oder apportieren, was Ilva besonders großen Spaß bereitet. Sobald sie das Zeichen zum Apportieren bekommen hat, rennt sie blitzschnell los und schnappt sich das Apportierholz. Auch Gruppenübungen mit anderen Hunden stehen auf dem Übungsplan wie beispielsweise das Aufstellen mit drei Metern Entfernung oder das Umrunden der anderen Teilnehmer.

Hunde und Halter können insgesamt vier Prüfungen im Obedience nach der Prüfungsordnung des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) absolvieren. Das Mindestalter beträgt hierbei 15 Monate. Ilva und Kerstin Raeth haben fleißig zweimal die Woche Obedience geübt, so dass sie bereits nach sechs Monaten erfolgreich die erste Prüfung ablegen konnten.

Klickertraining und Obedience können am besten in Hundevereinen, eventuell auch mit Trainings-Videos oder Büchern erlernt werden. Beide Sportarten benötigen keine kostspieligen Anschaffungen und können nahezu überall ausgeübt werden und bieten eine einfache Möglichkeit, die Vierbeiner sinnvoll zu beschäftigen und ihnen zugleich etwas beizubringen.

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