Projektunterricht : Von Mäusen und Schülern

Mittels des spannenden Projekts "Ex-Fo" erforschen Viertklässler unter Anleitung von Neuntklässlern das Verhalten von Nagern.

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18. März 2013, 12:49 Uhr

Reinfeld | Wie finden Mäuse zu ihrem Nest zurück? Benutzen sie dazu ihren Tast- oder Geruchssinn oder beides? Lernen sie durch Erfahrung? Das Verhalten der Mäuse erforschen zehn Schüler der Matthias-Claudius-Grundschule (MCS) unter der Anleitung von Schülern des 9. Jahrgangs der Immanuel-Kant-Gemeinschaftsschule (KGS). Im Biologieraum der KGS stehen für die Verhaltensforschung sieben Farbmäuse zur Verfügung, die schon seit einem Jahr liebevoll von den Neuntklässlern betreut werden. Die großen Schüler arbeiten eine Unterrichtseinheit aus, die kleinen lernen hier ganz praktisch alles über die Nagetiere.

Das Kooperationsprojekt zwischen beiden Schulen nennt sich "Ex-Fo" - Experimentieren und Forschen. Mit Begeisterung sind die Viertklässler bei der Sache, bilden drei Forschungsgruppen. Je eine Farbmaus wird in ein Labyrinth gesetzt, in dem ein Nest oder Futter versteckt ist. Mit einer Stoppuhr messen die Kinder die Zeit, die die Maus bis zum Ziel braucht, notieren die Fehler, die sie macht. Am Ende werden die Ergebnisse in einer so genannten "Lernkurve" festgehalten.

Eine spezielle Form des Lernens

Die Grundschüler sind sich einig, dass die Mäuse durch Schnuppern das Futter finden. Unklar bleibt jedoch, ob sie beim Laufen durchs Labyrinth den richtigen Weg "erlernt" haben. Denn einige Mäuse steigerten die Geschwindigkeit bis zum Ziel, andere verloren allmählich die Lust am Suchen und setzen sich statt dessen putzend in eine Ecke. Warum die Mäuse dieses Verhalten zeigen, wird in weiteren Unterrichtseinheiten noch erforscht werden. "Dieses Projekt findet im Rahmen der Begabtenförderung statt", erklärt MCS-Schulleiter Stefan Beeg. Die MCS ist eine von 20 ausgesuchten Grundschulen in Schleswig-Holstein, die an dem SHiB-Programm ("Schule inklusive Begabtenförderung") teilnimmt.

"Bei uns werden dadurch begabte Kinder nach bestimmten Kriterien ausgewählt und gefördert", so der Schulleiter - in der Schreibwerkstatt, in naturwissenschaftlichen Projekten, beim "Zahlenforscher" oder in der "Schlauberger-Factory". An der KGS gibt es so genannte "I-Klassen" (Inklusion-Klassen), in der Kinder mit anerkanntem sonderpädagogischen Lernbedarf unterrichtet werden. Fünf Kinder mit Asperger-Syndrom, einer leichteren Form des Autismus, lernen an der KGS. Schulleiter Michael Scholz: "Sie sind vor allem in speziellen Bereichen besonders begabt und werden dementsprechend gefördert."

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