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Herrenlose Hunde in Urlaubsgebieten : Urlaubsmitbringsel Hund

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Immer wieder bringen Reisende streunende Hunde aus dem Urlaub mit. Tierschützerisches Engagement ist immer gut, sollte aber nie unüberlegt sein.

Die Osterferien stehen vor der Tür und viele Sonnenhungrige zieht es in wärmere Regionen. Herumstreunende Hunde und abgemagerte Katzen gehören leider in vielen südlichen Ländern zum Straßenbild. Einem herrenlosen abgemagerten Tier möchte man helfen und spätestens wenn der Urlaub vorbei ist und die feuchten Knopfaugen einen beim Abschied traurig angucken steht fest: Der Hund muss mit. Ihn einfach unüberlegt mitzunehmen, kann aber für das Tier, die eigene Gesundheit und den Geldbeutel schlimme Folgen haben.

"Als Einreisebedingung für Hunde aus dem europäischen Ausland wie Spanien oder Griechenland ist eine Tollwutimpfung vorgeschrieben. Die muss aber mindestens drei bis vier Wochen vor dem Zeitpunkt des Grenzübertritts zurückliegen", klärt Tierärztin Dorothea Schlüter von den Tierarztpraxen Schlüter in Kiel auf. Hinzu kommt, dass das Tier für die Einfuhr nach Deutschland gechippt sein muss.

Einschleppungen von Krankheiten können vorkommen

Für die meisten Urlauber ist das in dem kurzen Zeitraum der Ferien nicht machbar. Viele versuchen trotzdem die Tiere mitzunehmen. Doch spätestens am Zoll wird die Reise gestoppt und nimmt ein trauriges Ende, denn hier wird der Hund oder die Katze am Zoll in Quarantäne geschickt. Das wochenlange Eingesperrt sein ist für das Tier eine starke psychische Belastung, aber eine notwendige Maßnahme.

Denn in vielen Urlaubsländern ist Tollwut weit verbreitet. Die Tierärztin warnt: "Hunde und Katzen können auch noch andere Krankheiten oder Parasiten haben, die wir hier in Deutschland nicht haben, die sie dann mit einschleppen." Diese können dann für Mensch und Tier in Deutschland gefährlich werden.

Einen Hund oder eine Katze retten zu wollen ist immer gut. Doch sollte bedacht werden, dass das Tier dann für viele Jahre ein Familienmitglied ist. Oft fangen die Kosten in Deutschland erst an, denn die treuen Hundeaugen können einem nicht verraten, ob nicht vielleicht verborgene Krankheiten in dem Tier schlummern. Dann wird der niedliche Kleine schnell Diagnose- und kostenintensiv. Auch kann es sein, dass das Tier traumatisiert ist, da es früher misshandelt wurde.

Vom Kauf bei Straßenhändlern ist abzusehen

Der lieb gewonnene Vierbeiner muss nicht immer mitgenommen werden. Es gibt örtliche Tierschutzorganisation und viele Einrichtungen für herrenlose Tiere, die mit Unterstützung aus Deutschland arbeiten. Will man den treuen Freund mit der kalten Schnauzte doch mit nach Hause nehmen, sollte man sich von den Hürden nicht abschrecken lassen. Es gibt Organisationen die einem bei allem helfen und die meisten Hunde sind sehr dankbar wenn man ihnen ein neues Zuhause schenkt.

Niemals sollten allerdings Tiere von Straßenhändlern gekauft werden. Denn diese produzieren dann immer weiter und verkaufen die kleinen Welpen viel zu früh. Was im Urlaub oft in Vergessenheit gerät ist, dass unsere Tierheime in Deutschland sind auch voll sind und hier jede Menge Vierbeiner darauf warten ein liebevolles Zuhause zu finden.

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erstellt am 17.Mär.2013 | 09:56 Uhr

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