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Tiere im Internet : Tierquälerei als Video

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Im weltweiten Netz kursieren nach Beobachtungen von Tierschützern immer mehr Videos mit tierquälerischem Inhalt.

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2013 | 06:51 Uhr

Berlin | Ein schlafender Hund, der aufwacht und, offenbar desorientiert, mit Karacho gegen die Wand rennt. Ein Junge, der lachend einen lebendigen Fisch verschluckt: Szenen wie diese sind zuhauf auf Videoportalen im Internet zu sehen. Die, die sie einstellen, mögen das witzig finden, viele Tierschützer können darüber aber gar nicht lachen. Denn immer häufiger handele es sich um echte Tierquälerei, so das Deutsche Tierschutzbüro in Berlin.
Im Zentrum der Kritik steht das Videoportal "YouTube", das nach Angaben des Tierschutzbüros für zehn Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet verantwortlich ist: "Pro Minute werden 60 Stunden neues Videomaterial hochgeladen." Und vieles davon zeigt Tiere in unwürdigen oder gar leidvollen Situationen - nicht selten, ohne dass den handelnden Menschen dieses Leid überhaupt bewusst ist.

Vieles geht zu weit

Aber auch regelrechte Tierquälvideos kursieren im weltweiten Netz - in der Regel mit der Absicht, "andere Menschen zu schockieren und zu provozieren", so die Beobachtungen des Deutschen Tierschutzbundes. Da sind zum Beispiel Jugendliche dabei zu beobachten, wie sie einen lebenden Igel verbrennen, oder andere, wie sie eine Katze herumschleudern.
"Es ist schlimm genug, wenn Jugendliche, um Gleichaltrigen zu imponieren, solche Delikte begehen und ungestraft davonkommen", schimpft der Sprecher des Tierschutzbüros Stefan Klippstein. Das Internet aber gebe ihnen noch eine Plattform. Dabei sei Tierquälerei "kein Spaß, sondern eine Straftat."

Urheber nicht mehr erkennbar

Der Deutsche Tierschutzbund rät darum dringend davon ab, solche Filmchen - sei es auch in der (guten) Absicht, dagegen zu mobilisieren - weiterzuleiten oder zu kommentieren. Das sorge nur für unnötige Aufmerksamkeit, im schlimmsten Fall sogar für perverse Nachahmer.
Ein zweites Problem bei der Weiterverbreitung: Der Urheber ist irgendwann nicht mehr erkennbar. Nur dessen Identifizierung jedoch mache es überhaupt möglich, rechtlich gegen solch tierquälerisches Handeln vorzugehen. Tierschutzbundsprecher Marius Tünte: "Daher raten wir, solche Videos direkt der Plattform zu melden, auf der sie gefunden werden, damit der Betreiber sie löscht."

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