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Tote Storchenkinder : Storchensterben – Regen ist schuld

vom

Das momentane Wetter lässt die Nester aufweichen und die Jungtiere unterkühlen. Nur dreimal gibt es Storchennachwuchs im Süden Dithmarschens.

shz.de von
erstellt am 03.Jul.2013 | 07:01 Uhr

Hochdonn | Fritz Lucht (76) ist traurig. Seit 55 Jahren steht auf seinem Grundstück auf drei Pfählen in acht Meter Höhe ein Storchennest. Immer wieder wird das Nest von der Familie gereinigt, vor 30 Jahren sogar komplett neu aufgesetzt, damit die Vögel sich wohl fühlen. Drei Junge schlüpften vor zirka vier Wochen in dem Nest. "Nun sind alle drei Jungen tot; erfroren oder verhungert durch den langanhaltenden Regen. Das tut mir sehr leid", erzählte Lucht.
Einen Jungstorch hatten die Eltern aus dem Nest geworfen, nachdem er gestorben war. Fritz Lucht beobachtete das Gelege einige Zeit, entdeckte keine weiteren Jungen. Also stieg er mit einer langen Leiter hinauf an den Horst und fand dort auch die beiden anderen Störche. "Die Eltern sitzen nun auf dem Nest, klappern und sind offensichtlich sehr verwirrt. Die toten Storchenkinder habe ich begraben", berichtet er weiter.

Kein Wetter für jünge Störche

Auch in der Hauptstraße auf dem Storchennest der ehemaligen Meierei haben nicht alle Kinder Starkregen und Kälte überlebt. Erika Thies, auf deren Grundstück das Nest hoch oben auf dem Schornstein steht, schildert, dass vor zwei Wochen ein Junges aus dem Nest geworfen wurde. "Ich sehe aber immer wieder mal einen kleinen Kopf und denke, dass zumindest einer der Jungstörche überlebt hat", sagt die Hochdonnerin.
Verständigt worden ist auch Storchenvater Uwe Peterson aus Nindorf. Er erfasst alljährlich alle Jungstörche und beobachtet die Nester im Süden Dithmarschens. "Es ist wirklich schade. Das schlechte Wetter hat dazu geführt, dass lediglich in drei Nestern Junge aufgezogen werden. Ein Storch wächst in Schafstedt auf, einer in Hochdonn bei Erika Thies und auch in Nordhastedt ist das Nest belegt. Im Norden Dithmarschens soll es etwas besser sein", weiß Peterson.

Andere Vogelarten auch betroffen

Die Nester seien durch den Regen aufgeweicht, was dazu führe, dass die Jungen auskühlen und sterben, weil ihr Gefieder noch nicht voll ausgebildet ist. Betroffen vom Sterben des Nachwuchses seien aber nicht nur die Störche, sondern auch andere Vögel und sicher auch das Wild.
Uwe Peterson betreut seit 1978 die Störche im Süden Dithmarschens für die ARGE Storchenschutz im NABU. Regelmäßig besucht er im Frühjahr die Nester und notiert, wie viele Störche sich niedergelassen haben, beobachtet ihr Verhalten und führt genau Buch. Sind die Jungen geboren, werden sie im Alter von vier bis sechs Wochen beringt. In der Hauptstraße in Hochdonn wird der Storchenvater dafür die große Drehleiter der Bayer-Werksfeuerwehr anfordern, weil das Nest auf einem anderen Weg nicht zugänglich ist.
Informationen über NABU und Dithmarscher Störche finden Sie auf der Homepage .

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