Niebüll : Stinkendes Ärgernis in Wehlen-Idylle

Jutta Strauß mit Nachbarshund Scheu, dessen Hundehaufen immer eingesammelt werden. Foto: Gohr
Jutta Strauß mit Nachbarshund Scheu, dessen Hundehaufen immer eingesammelt werden. Foto: Gohr

Anwohner einer idyllischen Wohnsiedlung in Niebüll klagen über Verschmutzung durch Hundekot. Vor allem für die vielen spielenden Kinder seien die "Tretminen" eine Gefahr.

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05. April 2013, 04:19 Uhr

Niebüll | Jutta Strauß ist verärgert. Die Ursache sind Hundekothaufen, die auf den Grünflächen, in den Beeten und auf den Straßen liegen gelassen werden. Sie wohnt seit 13 Jahren in der Theodor-Storm-Straße in Niebüll, von Jahr zu Jahr werde es schlimmer. "Es ist wirklich traurig, dass die Hundebesitzer den Kot nicht wegmachen", sagt sie, "das ist doch kein Aufwand." Jutta Strauß ist nicht die einzige, die über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner klagt. Auch andere Nachbarn wie Petra Neukirch sind verärgert. "Es schmeißt doch auch nicht jeder seinen Müll einfach so auf die Straße", empört sie sich. Besonders aus hygienischer Sicht sei die verschmutzte Gegend ein Unding, denn in der Nähe befindet sich ein Kindergarten: "Die Kinder spielen auf dem Boden, toben herum und geben auf die Hundehaufen nicht Acht."

Der Wohnblock der Gewoba-Nord, in dem die Frauen wohnen, liegt in einer ruhigen, idyllischen Gegend. Wie Jutta Strauß beobachtet hat, gehen hier auch Hundebesitzer aus anderen Stadtteilen mit ihren Vierbeinern spazieren. Die Wenigsten würden die Hinterlassenschaften ihrer Hunde einsammeln. Auch die Mühlenstraße und die anderen Nebenstraßen seien betroffen.

Gärtner ärgern sich

Jutta Strauß betont, dass sie nichts gegen die Hunde habe, im Gegenteil. Sie ist auf dem Land groß geworden, die Familie hatte selbst einen Hund. Was sie stört, sind die Hundebesitzer, die ihre Pflicht nicht wahrnehmen.

Auf der zu dem Wohnblock gehörenden Grünfläche hängt die Wäsche, die Bewohner sitzen auf den Terrassen, wenn es wärmer ist. Da sei ein Garten voller Hundekot schon ein Ärgernis. "Die Gärtner sind auch nicht glücklich, wenn sie in den Beeten arbeiten und dabei in Hundehaufen treten", so Jutta Strauß. Natürlich gebe es auch Hundebesitzer, die sich an die Regeln halten, betont sie.

Tüten helfen nicht

Reinhard Andresen, Kundenbetreuer der Gewoba, sieht keine konkrete Möglichkeit, etwas gegen die Hundebesitzer zu unternehmen. "Es ist schwierig, herauszufinden, von wem das ausgeht." Man habe auch darüber nachgedacht, Schilder aufzustellen. "Aber was bringt das letzten Endes? Der Hund selbst kann nicht lesen, und jeder Hundebesitzer weiß, dass er den Haufen eigentlich wegmachen müsste." Eine Patentlösung habe er nicht, so Andresen, der sich aber im Team mit dem Problem beschäftigen will.

Für Fritz-Walter Baumgardt vom Ordnungsamt Südtondern ist die Situation schwierig. Zunächst sei die Verschmutzung natürlich von den Besitzern zu beseitigen. Wenn diese das unterließen, müsse man sie auf frischer Tat ertappen. Das Amt könne aber schlecht ständig kontrollieren. "Das einzige, was hilft, ist ein Appell an die Vernunft der Hundehalter."

Von der Aufstellung von Tütenbehältern, wie sie Anwohnerin Petra Neukirch vorschlägt, verspricht sich Baumgardt wenig. Die habe man vor einiger Zeit schon im Stadtpark angebracht, dort wurden jedoch oftmals alle Tüten auf einmal entfernt. "Am Ende hatten wir zu der Hundekotverschmutzung auch noch überall Plastikbeutel herumliegen."

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