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Start in die Saison : "Sportler der Lüfte" trainieren täglich

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Preisflug zum Saisonstart mit Erfolgen für die Reisevereinigung Rendsburg: Spitzengeschwindigkeiten von fast 70 Kilometern pro Stunde.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 06:08 Uhr

Alt Duvenstedt | Heinz Steffen aus Alt Duvenstedt ist sehr zufrieden. Der erste Preisflug seiner Brieftauben in diesem Jahr ist geschafft. Von Parchim in Mecklenburg-Vorpommern haben seine 53Tauben die 181 Kilometer lange Strecke mit einer Geschwindigkeit von fast 70 Kilometern pro Stunde zurückgelegt. 33 seiner Tauben haben beim Saisonstart Preise erreicht, die beste Taube kam auf den 9. Platz. "Unter den ersten zehn zu sein ist schon klasse", meint der 72-Jährige, der jetzt hofft, an die großen Erfolge des Vorjahrs anschließen zu können. Da wurde seine Brieftaube "DV 03321-09-843 W" achtbestes Weibchen auf Bundesebene. "Das war für mich die Krönung im Jahr 2012", freut sich der stolze Züchter, der sich seinem Hobby seit 1971 intensiv widmet.
Der Preisflug zum Saisonstart wurde zum Erfolg für Axel Dollberg aus Owschlag-Norby. Vier seiner Tauben belegten die ersten vier Plätze. "1391Meter in der Minute legte seine schnellste Taube dabei zurück", berichtete Steffen. 34 Züchter der "Reisevereinigung Rendsburg" hatten 1323 Brieftauben mit einem Lkw zum Start nach Parchim bringen lassen. Alle Tauben wurden zuvor anhand eines Rings elektronisch erfasst. Bei der Ankunft im Taubenschlag des jeweiligen Züchters, der exakt auf den "Auflasspunkt" vermessen ist, wird die Ankunftszeit ebenfalls elektronisch erfasst und dann zentral ausgewertet.
"Das Wichtigste für den Erfolg ist, dass der Züchter die Tauben entsprechend fördert", sagt Siegfried Thiedemann, 1. Vorsitzender der Reisevereinigung Rendsburg von 1928. Er müsse sie gesund halten, wie Sportler füttern und täglich trainieren. Bei Heinz Steffen läuft das Training seiner "gefiederten Spitzensportler" so ab, dass er seine Tauben morgens und abends jeweils für eine Stunde zum Freiflug aus dem Schlag lässt. "Dann drehen sie zuerst eine Runde von vier bis fünf Kilometern und kehren dann zurück. Wenn der Schlag dann noch geschlossen ist, ziehen sie einen weiteren Kreis von zehn bis zu 20 Kilometern, bis sie wieder in den Schlag zurück dürfen."Dass die Brieftauben nur zweimal am Tag frei fliegen, sei auch der Grund dafür, dass sich die Nachbarn nicht belästigt fühlen, meint Heinz Steffen. "Meine Tauben picken nicht in den Gärten oder sitzen auf den Hausdächern. Die sind entweder in der Luft oder im Schlag.
"Wie Siegfried Thiedemann bedauert auch Heinz Steffen, dass die Zahl der "Reisenden" seit Jahren sinkt. Einen Grund sehen beide darin, dass viele Kommunen die Tierhaltung in Wohngebieten nicht erlauben. Zudem hätten Jugendliche heute weniger Bezug zu Tieren als früher, meint Thiedemann. Die Reisevereinigung Rendsburg hat zurzeit 51 Mitglieder aus dem gesamten Kreis Rendsburg-Eckernförde. 40 von ihnen schicken ihre Tauben zu Preisflügen. Und der nächste Termin steht schon an. Am Sonntag, 12. Mai, starten die Brieftauben in Wittstock in Brandenburg. Dann wird Heinz Steffen wieder gespannt darauf warten, dass der erste seiner Spitzensportler nach 225 Kilometern den heimischen Schlag erreicht.

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