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Artenhilfsprojekt : Schöner wohnen für Dohlen

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Um einer akuten Artengefährdung vorzubeugen, hat die "Kurt und Erika Schrobach-Stiftung" ein Artenhilfsprojekt gestartet. Seitdem werden in in Schleswig-Holstein spezielle Nistkästen installiert.

AUKRUG | 20 neue Nistkästen für Dohlen warten in den Wäldern von Bargfeld, Bünzen und Tönsheide auf interessierte Wohnungssuchende. Die Dohle wird in der "Roten Liste" der Brutvögel auf der sogenannten "Vorwarnliste" geführt, das heißt: Schon in naher Zukunft ist eine Bestandsgefährdung zu befürchten. Hauptursachen dafür sind ein zunehmender Verlust an geeigneten Nahrungsflächen sowie Gebäudesanierungen, durch die Nistplätze verloren gehen.

Um einer akuten Gefährdung vorzubeugen, hat die "Kurt und Erika Schrobach-Stiftung" 2010 ein Artenhilfsprojekt gestartet. Seitdem werden in Gebieten Schleswig-Holsteins, die geeignete Lebensbedingungen für Dohlen aufweisen, spezielle Nistkästen installiert. Die Schrobach-Stiftung wird bei diesem Projekt von "Lokalen Aktionen" sowie vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) unterstützt. Weil das Dohlenprojekt Bestandteil des schleswig-holsteinischen Artenschutzprogramms ist, werden die Nistkästen vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) bezahlt.

"Dohlen sind überwiegend Gebäudebrüter"

2010 hatte der Naturschutzring Aukrug bereits 20 Dohlen-Kästen angebracht. "Da ging es vor allem darum, innerörtlichem Nistplatzmangel durch renovierte Schornsteine entgegenzuwirken", erläutert Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Zander. Eine Aktion, die bei den Aukruger Dohlen gut ankam. "An der Schule haben wir damals vier solche Nistkästen aufgehängt, und die sind alle besetzt", berichtet Zander. Die zusätzlichen 20 Dohlen-Kästen, die Zander jetzt zusammen mit Jan-Marcus Carstens vom DVL installiert hat, wurden nicht an Gebäuden, sondern an Buchen oder Erlen in den Aukruger Wäldern befestigt. "Dohlen sind überwiegend Gebäudebrüter, aber gerade Aukrug ist eine der Regionen, wo es noch in nennenswerte Zahl waldbrütende Dohlen gibt", weiß Zander. Weil Dohlen gesellige Vögel sind, wurden immer drei bis vier Kästen an einem Standort aufgehängt.

Was war bei der Auswahl der Standorte sonst noch zu beachten? "Wir haben Bereiche ausgewählt, wo auch jetzt Dohlen vorkommen", erklärt Zander, "und wir haben nach besonders erfolgversprechenden Bedingungen geguckt: Bäume, die nicht zu weit weg vom Waldrand stehen und möglichst auch in der Nähe von Dauergrünland."

Andere wohnungssuchende Vögel, die auf der Suche nach den heiß begehrten Schwarzspechthöhlen in einen Dohlen-Kasten einziehen, sind ebenfalls willkommen wie Zander feststellt: "Wir geben etwas Laub in die Nistkästen, damit sie auch den Bedürfnissen von Hohltauben entgegen kommen."

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erstellt am 13.Mär.2013 | 06:57 Uhr

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