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Schrecken der Gärtner : Schneckenalarm

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Nacktschnecken - der Schrecken aller Gärtner. Den rotbraunen Schleimern kam der Landregen nach wochenlanger Trockenheit gerade recht.

Abends, in der Dämmerung, verlassen sie ihre Verstecke und ziehen ihre silbrigen Spuren über den feuchten Boden. Dort, wo sich noch am Nachmittag die Hausfrau am frischen Grün der kleinen Salatpflänzchen erfreute, feiern in der Nacht die Schnecken ihr Fest. Mit ihren halbrunden Kiefern beißen die verfressenen Weidegänger die Salatblättchen Stück für Stück ab. Auf der mit winzigen Zähnchen besetzten Raspelzunge zerkleinern sie die saftigen Happen. Am Morgen darauf stehen nur noch die nackten Stümpfe im Beet. Nacktschnecken gab es in Deutschland schon immer. Aber eine echte Plage waren die heimischen roten und schwarzen Wegschnecken nicht. Die Spanische Wegschnecke, die heute die Gärten verwüstet, ist erst vor wenigen Jahrzehnten mit Pflanzenimporten nach Deutschland gelangt. Ende der 60er Jahre fand man die ersten in Baden-Württemberg, und um 1980 hatten die Eindringlinge Schleswig-Holstein erreicht. In England wurden im feuchtwarmen Jahr 2007 bis zu 1000 Schnecken pro Quadratmeter gezählt. Und in Dänemark dachte die Regierung damals darüber nach, Arbeitslose im Kampf gegen die gefräßigen Tiere einzusetzen.
Tagetes, Baldrian, Kürbis- und Melonenpflanzen sind das Lieblingsfutter der Spanischen Wegschnecke. Aber auch andere Pflanzen werden nicht verschont. Selbst Aas fressen die unsympathischen Kriecher, und auch Kannibalismus ist ihnen nicht fremd. Feinde dagegen haben die Zuwanderer in unseren Breiten kaum: Wegen ihres bitteren Schleims werden sie von Igeln und den meisten Vögeln verschmäht. Lediglich die Indischen Laufenten lassen sich vom klebrigen Beigeschmack den Appetit nicht verderben. Inzwischen kann man das quakende Geflügel sogar als Schneckenbekämpfer mieten.
Die schnelle Ausbreitung gelang den Wegschnecken auch deshalb, weil sie sich sehr schnell vermehren. Wenn zwei sich finden, dann beginnt ein stundenlanges Paarungsritual. Schnecken sind Zwitter, und eng umschlungen begatten sie sich gegenseitig. Bald darauf legen beide Tiere ihre bis zu 400 Eier, versteckt in feuchten Erdlöchern. Ein paar Wochen später schlüpfen die blassgelben, knapp zentimetergroßen Jungen - Nachwuchs für die nächste Attacke auf Gärten und Felder

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erstellt am 01.Jun.2009 | 12:39 Uhr

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