Gassi gehen erlaubt? : Quarantäne mit Hund und Katze: Was Haustierhalter beachten sollten

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18. Januar 2022, 17:09 Uhr

Haustierbesitzer, die sich mit Corona infizieren, fragen sich häufig, wie sie sich weiter um ihren Schützling kümmern können. Darf man mit dem Hund Gassi gehen? Können Katzen sich anstecken? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Haustiere können in den unsicheren Zeiten der Corona-Pandemie Halt geben und für gute Laune sorgen. Laut einer Umfrage des Futterherstellers „Tails” ist für Hundebesitzer während der Pandemie der Vierbeiner sogar wichtiger für das emotionale Wohlbefinden als der Partner und Freunde. Schwierig kann es für Haustierbesitzer jedoch werden, wenn Sie sich selbst mit Corona anstecken und in Quarantäne begeben müssen. Wir erklären, was man dabei beachten sollte.

Corona-Quarantäne mit Hund: Gassi gehen verboten

Darf ich in der Quarantäne weiter mit dem Hund raus? Das ist eine der häufigsten Fragen, die sich Hundebesitzer stellen, wenn sie ein positives Testergebnis erhalten. Die Antwort lautet klar: Nein. Wer in Quarantäne ist, darf das eigene Grundstück nicht verlassen - der Hund muss aber trotzdem Gassi gehen.

Hundebesitzer sollten sich also am besten schon vorab um eine Notfallbetreuung kümmern, die im Fall einer Quarantäne die Gassirunden mit dem Vierbeiner übernehmen könnte. So muss man sich um die Versorgung des Hundes im Falle einer Infektion keine Gedanken machen. Als Hundesitter bieten sich etwa Nachbarn oder Freunde an. Wer mag, kann auch einen professionellen Gassigeher engagieren. Ist man selber schwerer erkrankt oder findet man keinen geeigneten Hundesitter, kann es laut den niedersächsischen Landesbeauftragten für den Tierschutz sinnvoll sein, den Hund vorübergehend in eine Hundepension zu geben.

Abstand halten, um Tiere nicht mit Corona anzustecken

Auch Tiere können sich mit dem Coronavirus infizieren. Forscher der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) haben herausgefunden, dass gut vier Prozent aller Hauskatzen in Europa in der ersten Corona-Welle bis Sommer 2020 eine Corona-Infektion durchgemacht haben. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tiere sich bei ihren Besitzern angesteckt haben.

Auch wenn Katzen meist gar keine oder nur milde Symptome haben, sollten infizierte Besitzer daher Abstand zu ihren Katzen halten. Man soll „die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten, wie wir es unter Menschen inzwischen kennen”, sagt Albert Osterhaus, Virologe am Research Center for Emerging Infections and Zoonoses an der TiHo. Ausgiebige Kuscheleinheiten lässt man in dieser Zeit also besser ausfallen. Auch bietet es sich für infizierte Haustierhalter an, im Umgang mit dem Vierbeiner vorsorglich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Was ist, wenn mein Haustier sich mit Corona infiziert hat?

Hat man den Verdacht, dass sich das eigene Haustier mit Corona angesteckt hat, sollte man den Tierarzt am Telefon vorab informieren. Falls er Bedarf dafür sieht, führt der Arzt einen PCR-Test durch. Ist dieser positiv, muss das Ergebnis an die Behörden gemeldet werden. Das sieht die seit Juni 2020 geltende Meldepflicht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vor. Die Meldung an die Behörden übernimmt der Tierarzt.

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass Haustiere Menschen anstecken. „Ein Infektionsrisiko geht grundsätzlich nicht von dem Hund aus, sondern von den möglicherweise infizierten Besitzern”, heißt es dazu vom Friedlich-Löffler-Institut (FLI), dem Bundesinstitut für Tiergesundheit. Auch Katzen übertragen nach derzeitigem Wissensstand das Coronavirus nicht auf den Menschen. Das FLI betont: „Es besteht kein Grund dafür, Haustiere vorsorglich in Tierheimen abzugeben.” Infizierte Tiere sollten jedoch vorsorglich von anderen Vierbeinern isoliert werden.

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