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Gemeinschaftsaktion : Neue Nester für die Störche

vom

In Breiholz ergriff das Storchenpaar sofort Besitz vom neuen Eigenheim. Bisher sind 29 Horste im Kreis besetzt.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:03 Uhr

Breiholz/Schülldorf | Höchste Zeit für Familie Adebar, an Nachwuchs zu denken: "Der 10. Mai ist der Stichtag für den Brutbeginn, damit die Jungstörche flügge werden können", sagt Storchenbetreuer Hartmann Schlender. Aber trotz des verspäteten Frühjahrs hält er die Chancen für nicht so schlecht - insbesondere auch für das Paar, das sich auf dem Reetdachhaus von Katharine Ketelsen im Breiholzer Bastenweg niedergelassen hat. Offensichtlich hatten sich die Großvögel den optimalen Bauplatz ausgesucht, allerdings mühten sich die beiden vergeblich, Zweige auf dem First zu einem Nest zu verbinden.
Da keine Grundlage vorhanden war, verwehte der Wind die Ansätze des immer hektischer werdenden Paares. Das alte Sprichwort "Klappern gehört zum Handwerk" half in diesem Fall zwar nicht, rief aber handwerkliche Hilfe auf den Plan - und das kam so (aufgeschrieben von unserem Breiholzer Platt-Autor Jürgen Greve):

Ik heff bit Angeln dat Klappern vun de Störche op dat Huus höört. As ik mi dat näher bekieken dee, seeg ik, dat dor al Twiegen vör een Nist op den First legen. Ik reep Storchenvadder Schlender an un vertell em dat. Tosomen hebbt wi uns dat den bekeken un faststellt, dat de Twiegen weller doolfulln. De Experte keem to den Schluss, dat dor een Platte vun eenmal een Meter as Ünnerbu op Dack fastmook warrn müss. Over wer kunn sat op de Schnelle mooken?

Ik keem op de Idee, den Breiholter Gewerbevereen üm Hölp to been un keem glieks an den richtigen Mann. Otto Korinth weer Füer un Flamm, as he vun dat Problem hörte. Üm Klock ölven kreeg he Bescheed, üm Klock een na Middag harr he mit Andreas Würth sien Hölp den Ünnerbu op Dack fastmook. Ovends üm klock fief keem Jörg Heyna, Storchenexperte ut Dithmarschen, mit een Ring ut Bessenries, Schredder un Heu. Dat bröch Andreas Würth bi Regen un starken Wind no boven.

So weer dat Nist för de Störche fertig. Un watn Glück, den annern morgen stünnen de Störche op Nist un klappern as dull. Dat schull wohl ok een Dank vör de Hussbesitter un de fliedigen Hölper ween.


Mit Interesse beim Geschehen


Die beiden Großvögel ließen sich vom Handwerker-Einsatz übrigens nicht verschrecken - im Gegenteil: Wie Hartmann Schlender berichtete, nahmen sie schon probeweise auf dem Holzgerüst, das den Horstaufbau tragen sollte, Platz - so wie ein Paar, das aufgeregt die Fortschritte beim Bau seines ersten Eigenheims verfolgt und schon einmal vorher das Kinderzimmer in Augenschein nimmt. "Die Störche wissen schon, wo sie gut ihre Junge aufziehen können", meint der Storchenbetreuer. Die Wiesen zwischen Eider und Kanal könnten eine gute Nahrungsgrundlage bieten. Das hat sich offenbar bei Adebars herumgesprochen: Mit den beiden Nestern in Meckelmoor hat die Gemeinde mittlerweile sechs Storchennester, von denen in dieser Saison bis jetzt vier bewohnt sind.
Eine weitere große Gemeinschaftsaktion zur Ansiedlung einer Storchenfamilie starteten die Bewohner von Ohe (Gemeinde Schülldorf) in Buhrhorst. Im vergangenen Jahr hatten Störche versucht, sich ausgerechnet auf einer Feuerwehrsirene niederzulassen, was natürlich nicht gelingen konnte. Auf Initiative von Mathias Theede, der auf seinem Resthof mit Wiese über ausreichend Fläche verfügt, entstand der Plan, einen Storchenhorst aufzubauen. Den acht Meter hohen Mast stellt der Rader Fischer Hans Brauer zur Verfügung. Als dann Theede und seine Helfer im März das Fundament dafür aufbauten - wobei Herbert Schmelzer aus Westerrönfeld die Schweißarbeiten übernahm - hatten sie fast täglich Besuch von Störchen, "mehrmals sogar vier Stück", erzählt Mathias Theede begeistert.

Das Warten auf die Störche


Das Nest mit der dazugehörigen Befestigung besorgte Joachim Krabbenhöft aus Hohenwestedt von der Schleswig-Holstein Netz AG. Und dann war es am vergangenen Sonnabend so weit, der Horst konnte aufgerichtet werden. Dabei packten alle mit an: Siegfried Tomkowiak, Fritjof Albrecht, Michael Schneider, Martin Lindemann und Peter Kröger aus der Gemeinde Schülldorf, und Hein Selck aus Ostenfeld steuerte den Frontlader. "Als nach etwa einer halben Stunde das Projekt fertig war, und wir uns alle freuten, dass es so gut geklappt hat, flog schon der erste Storch über uns", berichtet Mathias Theede.
Das Gebiet rund um seinen Resthof eigne sich besonders gut als Brutbiotop, da hier noch größere zusammenhängende Wiesenflächen vorhanden sind. Häufig habe er Weißstörche und Kraniche beobachtet, berichtet Theede, der sich als als aktiver Jäger und Naturschützer beschreibt. Jetzt warten er und seine Mitstreiter täglich darauf, dass sich ein Storchenpaar auf dem neuen Nest niederlässt. Die Oberaufsicht bei der Aktion in Buhrhorst hatte Storchenbetreuer Schlender. Seine Zwischenbilanz für den Kreis Rendsburg-Eckernförde: Von 85 Nestern sind 29 besetzt - eins mehr als im vergangenen Jahr. Allerdings: Es sei höchste Zeit für den Brutbeginn, da sein die Paare auf dem letzten Drücker.
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