Unterwegs : Mit "Wanda" auf Deutschlandreise

Start in Warder: Barbara Becker, Hausesel 'Wanda' und Golden Retriever 'Eddy' haben elf Tage für ihre Wanderung nach Niedersachsen veranschlagt. Foto: Kühl
Start in Warder: Barbara Becker, Hausesel "Wanda" und Golden Retriever "Eddy" haben elf Tage für ihre Wanderung nach Niedersachsen veranschlagt. Foto: Kühl

Barbara Becker will mit Esel "Wanda" und Hund "Eddy" das ganze Land durchwandern. Ihre erste Etappe führt das Trio bis Uelzen.

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30. April 2013, 12:32 Uhr

Warder | Zu Fuß von Schleswig-Holstein einmal quer durch Deutschland bis zu den Alpen: Barbara Becker, ihre Eseldame "Wanda" und Golden Retriever "Eddy" haben sich allerhand vorgenommen. Die über 1.200 Kilometer lange Strecke will das Trio allerdings nicht in einem Stück bewältigen. Die gemeinsame Wanderung wird vielmehr in vier Abschnitte aufgeteilt, von denen bis 2016 jedes Jahr einer in Angriff genommen werden soll. Zur ersten, 200 Kilometer langen Teiletappe nach Niedersachsen brach Barbara Becker nun vom Tierpark "Arche Warder" auf, wo sie als Mitglied des "Esel- und Mulivereins" ein Esel-Wochenende mitgestaltet hatte.

Barbara Becker wohnt in Brodersby an der Schlei. Von ihren insgesamt vier Eseln hatte sie zwei zum Aktionswochenende mit nach Warder gebracht: Hausesel "Wanda" und Zwergesel "Käthe". Dass Esel "ganz wunderbare Wandergefährten" sind, steht für Barbara Becker fest: "Esel haben so ein ehrliches und gutmütiges Wesen, und sie sind sehr zuverlässig." Im vergangenen Jahr ist Barbara Becker in Eselbegleitung vom heimischen Brodersby zum Eseltag in die "Arche Warder" gewandert. Das waren 85 Kilometer in vier Tagen.

Jeden Tag ein neues Abenteuer

Die erste Etappe ihrer Deutschlandreise soll im niedersächsischen Uelzen enden: 200 Kilometer, die Barbara Becker in elf Tagen schaffen will. "Ich werde jeden Abend irgendwo mein Zelt aufschlagen, am liebsten auf kleinen Bauernhöfen oder neben Reitställen", sagt sie, "aber wo das sein wird, wissen wir noch nicht: Wir gehen also ins Blaue." "Wanda" schleppt die Zeltausrüstung sowie den Proviant für ihre beiden Weggefährten. "Das Gepäck wiegt insgesamt 35 Kilogramm, das kann ich dem Esel schon zumuten", meint Barbara Becker, die ihrer "Wanda" anlässlich der Mammutwanderung vier nagelneue Hufschuhe (Stückpreis: 90 Euro) gegönnt hat.

Ist es wirklich so eine gute Idee, mit einem ja gemeinhin als störrisch geltenden Esel auf Wanderschaft zu gehen? Was den Tieren als Störrischkeit ausgelegt werde, sei in Wahrheit nur Vorsicht, erklärt Barbara Becker: "Esel stammen ja ursprünglich aus gebirgigen Regionen, wo eine panische Flucht sehr gefährlich wäre, und deshalb haben sie den Instinkt, erstmal stehen zubleiben und sich genau anzuschauen, wie gefährlich eine Situation ist." Auf die Reaktionen der Leute am Wegesrand freut sich Barbara Becker am meisten: "Esel sind echte Sympathieträger, bei meinen bisherigen Wanderungen habe ich viele lachende Gesichter gesehen, und wir sind auch sehr oft fotografiert worden."

In vier Etappen zum Ziel

Ein Tagespensum von 20 bis 25 Kilometern hat sich Barbara Becker vorgenommen. Nachdem "Wanda" mit allem Gepäck bepackt worden war, hieß es Abschiednehmen von Stallgefährtin "Käthe", welche die Trennung nicht so leicht verdaute und zu einer Serie von herzzerreißenden Klage-"Iahs" ansetzte. "Die ersten zwei, drei Kilometer werden die schwersten, weil sich Wanda bestimmt noch öfter umschauen und die Ohren Richtung Käthe drehen wird", vermerkte Barbara Becker, als sie sich im Vorbeigehen von den Tierparkbesuchern verabschiedete: "Tschüss! Wir gehen in Urlaub!"

Die Wanderung nach Niedersachsen sei die "Generalprobe" für die weiteren Etappen in den nächsten Jahren, erläuterte die Brodersbyerin, die sich ihre Wanderung bis zu den Alpen wie folgt einteilen will: Uelzen - Coburg (2014), Coburg - Passau (2015) und Passau - Kärnten (2016).

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