Live Art Festival : Mensch und Tier auf einer Bühne

Esel Charles gibt sein Bühnen-Debüt. Foto: Maximilian Haas
Esel Charles gibt sein Bühnen-Debüt. Foto: Maximilian Haas

Getreu dem diesjährigen Motto "Zoo 3000" wird beim LIVE ART FESTIVAL 2013 ein Esel zum Bühnen-Star.

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07. Juni 2013, 12:01 Uhr

Hamburg | Pendeln ist zu stressig. Deshalb hat Charles schon vor gut einer Woche seinen festen Wohnsitz in der "Arche Warder" gegen das Gelände der Hamburger Kampnagelfabrik getauscht. Denn hier, genauer in der Halle k4, wird er während des Live Art Festivals Zoo 3000 (bis 15. Juni) an drei Abenden in "Balthazar", einer Performance des belgischen Regisseurs David Weber-Krebs, auftreten. Und zwar in der Hauptrolle.
Das ist also nicht ohne, Charles genießt daher ein paar Vergünstigungen. So durfte zum Beispiel sein bester Freund mit ihm zusammen auf Kampnagel einziehen, und auch sein Tierpfleger ist stets in der Nähe. Bitte? Ganz richtig, ein Tierpfleger, denn Charles ist ein Esel, und das ist in diesem Fall keine Beschimpfung, sondern die korrekte Bezeichnung seiner Spezies. Gemeinsam mit menschlichen Spielern wird er also "Balthazar" performen. Nicht als Dekoration, nicht als dressiertes Showtier, sondern als Kollege.

Zum Nachdenken anregen

Wo verlaufen eigentlich die Grenzen zwischen Mensch und Tier? Wie ist das Verhältnis zwischen den beiden? Sind Tiere nur Objekte, mit denen wir machen können, was wir wollen? Ist der Mensch nur wegen seiner Vernunft höher gestellt, kann sich also in arroganter Weise über Tier und Natur erheben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das diesjährige Festival, das gestern begann. Nadine Jessen, die die Festivalreihe seit 2010 mit Melanie Zimmermann kuratiert, begeistert sich schon seit Jahren für das Thema und das, was die noch junge Wissenschaft der "Animal Studies" über die komplexe Beziehung zwischen Menschen und Tieren erforscht.
Philosophisches, Politisches und Kulturelles lässt sich hier entdecken und kann während des Festivals von jedem Zuschauer zu dessen ganz persönlichem Schwerpunkt gemacht werden. Fragen wollen sie aufwerfen, sagt Nadine Jessen, Reflexionen anstoßen.

Info: www.kampnagel.de

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