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Besatzgewässer und Behandlung : Meerforellen kehren zurück

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6000 Meerforellen wurden im Schwansener Gewässer ausgesetzt. Die Fischereiaufsicht ist zufrieden: "Damals hätten die Fische keine Chance gehabt".

Thumby/Kosel/Damp | Rund 6000 Meerforellen wurden Dienstag in der Schwastrumer Au, der Siesbek, der Bienebek, der Kronsbek und der Koseler Au eingesetzt. Fischzuchtmeister Jan Kemnitz wurde dabei von Frank Dannenberg von der Fischereiaufsicht Schleswig-Holstein begleitet.

Bereits zum fünften Mal in Folge wurde dabei auch Besatz an der Siesbek vorgenommen. Wasser- und Bodenverbandsvorsteher Rudolf von Spreckelsen freute sich über die Fortsetzung des von der EU-finanzierten Förderprogramms. Insgesamt 6000 Einjährige waren in den letzten fünf Jahren so in die Verbandsgewässer Bornbek und Bienebek gelangt.

Über Einsetzung von Chips in die Fische wird nachgedacht

"Wir versuchen jetzt erstmal wieder die Bestände zu verstärken", sagte Kemnitz. Ziel und Hoffnung des Besatzprogramms sei, dass die Meerforellen nach vier bis fünf Jahren in der Ostsee wieder über die Schlei in ihre Aussetzgewässer aufsteigen und für natürlichen Nachwuchs sorgen.

Die Bedingungen dazu seien sehr gut, sagte von Spreckelsen, der voller Freude die rund zehn Zentimeter langen Fische in das klare Wasser der Siesbek gleiten ließ. Dort waren im Vorjahr in zwei Bauabschnitten zahlreiche Kiesgründe angelegt worden, die die ausgewachsenen Fische zum Laichen aufsuchen.

Um tatsächlich nachweisen zu können, dass die Fische später zum Laichen wieder aufsteigen, müsste man sie markieren, meinte Kemnitz. Doch daran arbeite man noch. Überlegt werde beispielsweise beim Fischereiverband Schleswig-Holstein die Einsetzung von Chips in die Fische, die Anschaffung der Anlagen sei aber sehr teuer. Eine Lösung sei noch nicht gefunden.

"Damals hätten die Fische keine Chance gehabt"

Auch Johannes Dibbern, Vorsteher des Wasser- und Bodenverbands Schwastrumer Au, die in die Ostsee entwässert, freute sich über weitere Besatzmaßnahme. Ihr Hauptgewässer sei bis zum Russlandmoor fischgängig, berichtete er auf Nachfrage der EZ.

Frank Dannenberg von der Fischereiaufsicht war mit dem Besatz sehr zufrieden. Da es sich um eine öffentliche Förderung handelte, hatte er sowohl den Fischzuchtbetrieb, die Besatzgewässer und die Behandlung der lebenden Fische aus Tierschutzsicht im Blick. "Es ist alles in Ordnung", stellte er fest.

Auf langfristige Erfolge hofft von Spreckelsen auch dadurch begünstigt, dass das EU-Förderprogramm um weitere fünf Jahre verlängert wurde. Im Rückblick auf die Landschaft in den 50- und 60-er Jahren hätte sich heute sehr viel verbessert, meinte von Spreckelsen. So wäre die Au früher weiß von der Milch der Meierei gewesen zudem gelangten viele Hof- und Hausabwässer in die Vorfluter. "Damals hätten die Fische keine Chance gehabt, ihr Lebensraum wurde zerstört", ergänzte Kemnitz. Um so schöner sei es jetzt, wenn man die Fischbestände wieder aufbaue und die ehemals heimischen Fische sich wieder eigenständig vermehren könnten.

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erstellt am 07.Mär.2013 | 05:14 Uhr

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