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Grasernte : Luftballons sollen Rehkitzen das Leben retten

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Bauern und Jäger wollen mit Tricks Tier-Babys vor dem Tod im Mähwerk bewahren - denn Rehe und Co. nutzen auch kurz vor der Mahd das hohe Gras als Versteck.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 01:34 Uhr

Rendsburg/Flintbek | Den "kurzen Draht" zwischen Landwirt, Lohnunternehmer und Jagdpächter empfehlen in diesen Tagen Bauernverband, Landesjagdverband und Verband der Lohnunternehmer. Denn jetzt beginnt auf den Feldern die erste Grasernte. Rehe, Feldhasen und zahlreiche Bodenbrüter, wie zum Beispiel Kiebitz, Rebhuhn oder Fasan sind dabei besonders gefährdet.
Inzwischen haben sich Bauern und Jagdpächter auf bestimmte Vorgehensweisen geeinigt, um das Jungwild in den Wiesen zu schützen. Dazu gehört die Information an den Jagdpächter, wann gemäht werden soll. Klaus-Hinnark Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes, lobt die gute Zusammenarbeit mit den Bauern: "Jäger und Bauern betreiben hier aktiven Tierschutz", sagte er im Gespräch mit dem sh:z. Der Informationsfluss dürfe aber nicht nachlassen, sondern müsse nachhaltig gepflegt werden. Er appelliert an Bauern und Lohnunternehmer, nicht zu schnell zu fahren. Auf die Geschwindigkeit müssten auch nach Ansicht von Gert Lassen, Vizepräsident des Verbandes der Lohnunternehmer und selbst Jagdpächter, die Fahrer sensibilisiert werden. Er mahnt, vorsichtig zu fahren, um die Tiere zu schützen.

Für den Schutz der Tiere wird viel getan


Auch Peter Lucht, Vizepräsident des Landesbauernverbandes, sieht große Fortschritte beim Schutz der Tiere: "Es wird von innen nach außen gemäht, um die Tiere rauszutreiben. Das ist die wirksamste Methode, um Kitze und Feldhasen zu schützen." Außerdem befestigten viele Bauern einen Tag vor dem Mähen Plastikfolien und Luftballons an Stöcken, damit das Wild aufgescheucht wird. Viele Jäger suchten auch vor der Mahd das Feld mit Jagdhunden ab, um Jungtiere von den Flächen zu vertreiben und in Sicherheit zu bringen. Eine weitere Möglichkeit sieht Peter Lucht darin, kleine Randstreifen stehen zu lassen oder in alternierend gemähten Streifen, um den Tieren Rückzugsräume zu verschaffen.
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