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Tierpark Neumünster : Lisztaffen - Babys bei den Affenpunks

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Die Lisztäffchen im Tierpark Neumünster haben Nachwuchs. Mit großen Augen erkunden sie ihre Umgebung. Tierfilmer Holger Schulz hat die Äffchen mit der Kamera besucht.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2009 | 01:27 Uhr

Hilde stehen die Haare zu Berge. Aber das hat nichts zu sagen. Wie bei allen erwachsenen Lisztäffchen ist die weiße Löwenmähne ihre Alltagsfrisur. Die Affenmama ist kaum größer als ein Meerschweinchen. Auf ihrem Rücken krallen sich mit dünnen Fingerchen zwei winzige Babys fest. Sie sind gerade mal zwei Monate alt. Eines schläft und hat das Köpfchen ins weiche Fell seiner Mutter gekuschelt. Das andere beobachtet aus großen Augen neugierig seine Artgenossen, die flink durch die Voliere wuseln.
"Normalerweise tragen jetzt meist die älteren Geschwister die Babys herum. Sie sind sehr fürsorglich und kümmern sich gerne um die Kleinen", erklärt Mario Lichtenberg vom Tierpark Neumünster. Er zeigt auf einen der Halbstarken, der mit seinem kecken Irokesenschnitt aussieht wie ein kleiner Punk. Als hätten die Äffchen den Wink des Tierpflegers verstanden, kommt es zum fliegenden Wechsel: Bereitwillig klettert einer der Winzlinge von seiner Mutter auf den Rücken des älteren Bruders. Und ab geht die Post. Aber der Kleine sitzt fest im Sattel: Auch die weitesten Sprünge können ihn nicht abschütteln.
Die Frisur wie Franz Liszt
Ihren Namen verdanken die Lisztaffen der weißen Mähne, die der Haarpracht des ungarischen Komponisten Franz Liszt ähnelt. Das Zuhause der putzigen Äffchen sind die Urwälder im Nordwesten Kolumbiens und in Panama. Dort, nicht weit von der Karibikküste, ernähren sie sich von Früchten, Insekten und Baumsäften: Mit ihren spitzen Zähnen ritzen sie die Rinde an und lecken das herausquellende Harz auf. "Bei uns bekommen die Lisztaffen hauptsächlich Babybrei, aber auch Obst und Gemüse. Dazu gibt’s Heuschrecken oder Mehlwürmer und manchmal eine junge Maus", erklärt Mario Lichtenberg, während er das Futter in die Voliere stellt. Dabei lässt er Gismo, das ausgewachsene Affenmännchen, nicht aus den Augen. Denn der ist besorgt um seinen Nachwuchs - und er hat spitze Zähne. "Einmal hat sich der Bengel in meinem Nacken regelrecht festgetackert", lacht der Tierpfleger. "Es war gar nicht so einfach, ihn wieder loszuwerden."
In freier Wildbahn steht es gar nicht gut um die Affen mit dem weißen Kopfputz. Die letzten etwa 4000 Überlebenden sind durch die Abholzung der Regenwälder vom Aussterben bedroht. Vielleicht tragen Hilde, Gismo und ihre Nachkommen dazu bei, dass die Lisztaffen nicht völlig verschwinden.



Tierpark Neumünster, Geerdtsstraße 100, 24537 Neumünster, täglich geöffnet von 9 bis 19 Uhr, im Winter bis 17 Uhr.

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