Vogelarten : Im Kraut ist keine Gefahr

Viele Vogelarten wie der Neuntöter profitierten vom Insektenreichtum extensiver Weideflächen, sagt der Nabu. Foto: Nabu/Klose
Viele Vogelarten wie der Neuntöter profitierten vom Insektenreichtum extensiver Weideflächen, sagt der Nabu. Foto: Nabu/Klose

Das Jakobskreuzkraut ist laut dem Naturschutzbund (Nabu) keine Bedrohung für die heimischen Brutvögel. Die Gefahr lauert jedoch woanders.

Avatar_shz von
25. Juni 2013, 10:16 Uhr

Eutin | Als "völlig unbegründet" bezeichnet der Naturschutzbund (Nabu) Eutin die von der Vogelschutzgruppe Eutin-Malente geäußerte Befürchtung, das Jakobskreuzkraut könnte zu einer Gefährdung heimischer Brutvogelarten führen. "Es gibt landesweit keinerlei Anzeichen dafür, dass diese Pflanzenart negative Auswirkungen auf die Vogelwelt hat. Das Gegenteil ist der Fall. Extensive Weideflächen, auf denen das Jakobskreuzkraut häufig zu finden ist, gehören zu den arten- und auch vogelreichsten Lebensräumen hierzulande und sind regelrechte Hot Spots der Biodiversität in der ansonsten monotonen Agrarlandschaft", sagte der Eutiner Nabu-Vorsitzende Oscar Klose.
"Wir haben durch unsere Bestandserfassungen für den deutschen Brutvogelatlas aber auch durch die teilweise schon jahrzehntelange Betreuung eigener Flächen oder Flächen Dritter einen sehr genauen Überblick über etliche hundert Hektar extensiv genutzter Naturschutzflächen in der Region. Viele Vogelarten wie Dorngrasmücke, Braunkehlchen oder Neuntöter erreichen auf extensiven Weiden oder Brachen ihre höchsten Siedlungsdichten überhaupt und profitieren von dem Insektenreichtum der blütenreichen Flächen und somit letztlich auch vom Jakobskreuzkraut", so Klose weiter. Die bei uns heimische Pflanze leiste dabei sogar einen bedeutenden Anteil, da sie mehr als 170 Insektenarten Nahrung biete.

Intensivierung der Landwirtschaft Misere für viele Vogelarten

"Interpretatorische Schnellschüsse auf Basis subjektiven Empfindens, die sich am Ende als Bumerang für die Artenvielfalt erweisen können, haben in einer sachlichen Auseinandersetzung mit möglichen Rückgangsursachen von Tierarten nichts zu suchen. Wie jeder, der mit offenen Augen durch die Landschaft geht, erkennen muss, liegt die Misere für viele Vogelarten in der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft", sagt Klose. Die Vogelschutzgruppe Eutin-Malente ist allerdings mit ihren Bedenken wegen des Jakobskreuzkrauts nicht allein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen