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Das Bienensterben : Honigbiene kämpft ums Überleben

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Imker verzeichnen hohe Verluste: Pestizide, Schädlinge und Witterung beeinflussen die Schwarmtiere und gefährden damit ihr Überleben.

shz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 06:39 Uhr

Kreis Pinneberg | Monokulturen, Schädlinge und Chemie machen Bienen das Leben schwer. Imker haben im vergangenen Winter 15,2 Prozent Verluste in ihren Bienenvölkern verzeichnet. "Zehn Prozent sind normal", sagt Petra Friedrich, Sprecherin des deutschen Imkerbundes.
Die Gründe für das seit Jahren andauernde Bienensterben sind nicht eindeutig bekannt, wahrscheinlich spielen jedoch die für die westliche Honigbiene tödliche Varroamilbe, Monokulturen in der Landwirtschaft sowie Pestizide eine Rolle.

Zwei Jahre Verbot für drei Pestizide

Auch Edmund Schulze, Vorsitzender des Imkervereins Tornesch, betont, dass die Bienenhaltung deutlich schwieriger ist als vor einigen Jahren. "Das Sterben ging so richtig los, als die Landwirte anfingen gebeizte Saat zu verwenden", hat der 62-Jährige beobachtet. Die Belastung durch die Landwirtschaft sei groß. "Die meisten Landwirte haben nur noch Monokulturen, dadurch gibt es wenig Nahrung für die Bienen", so Schulze.
Doch auch die eingesetzten Pestizide könnten Grund für die hohen Verluste sein. In diesem Frühjahr zog die europäische Kommission Konsequenzen: Zwei Jahre lang dürfen drei Pestizide, die im Verdacht stehen, den Bienen zu schaden, auf Mais-, Raps-, Sonnenblumen- und Baumwollfeldern nicht verwendet werden.
"Die zweijährige Begrenzung ist Blödsinn", urteilt der Tornescher Imker. Bis die vorhandenen Giftstoffe abgebaut seien, sei das Verbot Geschichte. Es könne also gar nicht deutlich nachgewiesen werden, ob es an diesen Pestiziden läge.

Kein deutsches Bienenvolk ohne Milbe

Und auch die Varroamilbe mache den Imkern zu schaffen. "Es gibt in Deutschland kein Bienenvolk mehr, das keine Milbe hat", weiß Schulze. Der Milbenbefall schwächt die Völker. In betroffenen Gruppen können sich die Bienen nicht richtig entwickeln, sind weniger leistungsfähig und haben eine kürzere Lebensspanne. Schulze setzt Ameisensäure ein, um die Milben zu bekämpfen. Schnelles Handeln sei besonders wichtig.
Auch bei Faulbrut sei so schnell wie möglich einzugreifen. Doch: "Bei einem Befall ist das Volk meist nicht zu retten", berichtet der Imker. "Der letzte Winter hat uns auch zu schaffen gemacht", sagt Schulze. Die Insekten müssen spätestens im Februar ihre Kotblase leeren. "Wir nennen das Reinigungsflug", erklärt der Imker. Schlechte Witterung kann diesen beeinflussen und zum Tod der Biene führen. Auch Schulze hat schon einige seiner 15 Völker verloren. Den genauen Grund kennt er nicht. Doch, sicher ist, so Schulze: "Wer einmal mit dem Imkern angefangen hat, der hört nicht wieder auf."

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