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Schafflund : Hollands Störche ziehen nach Norden

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Der Storchenbestand in Holland explodiert. Nun drängen die Tiere immer weiter nach Deutschland.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 06:13 Uhr

Schafflund | Der Storchenbestand in Holland erfreut sich zurzeit eines enormen Zuwachses und breitet sich nach Norden aus - davon profitieren die Bestände auch in Schleswig-Holstein. Das Storchenpaar, das sich Mitte März in einem Storchennest in Schafflund niedergelassen hat, stammt, so hat sich inzwischen herausgestellt, aus Holland. Das Storchennest in Schafflund, das auf dem Schornstein einer inzwischen geschlossenen Gärtnerei liegt, ist das am nördlichsten gelegene in Schleswig-Holstein.
Storchenexperten überrascht dies keineswegs: Sie verweisen auf ein nahezu explosionsartiges Wachstum des Bestandes in Holland, wo es vor 30 Jahren keine Brutpaare mehr gab. Untersuchungen zufolge wurden dort im Jahr 2008 gut 700 Brutpaare gezählt. Bis 2012 ist diese Zahl auf etwa 1.000 Storchenpaare gestiegen, und nach Schätzungen holländischer Storchenfachleute wächst der Bestand dort gegenwärtig um etwa 50 Paare pro Jahr.

Storchenniederlassung in bisher gemiedenen Gegenden


"Der holländische Storchenbestand breitet sich nach Norden aus - Ursache dafür ist, dass wir in Schleswig-Holstein eine Verbreitung des Bestandes beobachten können. Schafflund ist ein Beispiel dafür", stellt Kai-Michael Thomsen, Storchenexperte der Umweltorganisation NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.), fest. Er wagt keine Schätzung, wie viele holländische Storchenpaare sich in Schleswig-Holstein niedergelassen haben: Hat man doch in Holland mangels finanzieller Mittel große Probleme damit, mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten, wenn es um die Ringmarkierung der vielen Storchenjungen geht.
"Wir haben festgestellt, dass sich neue Paare dort niedergelassen haben, wo es seit Jahrzehnten keine Störche mehr gegeben hat, so in Neumünster, wo zum ersten Mal seit Menschengedenken ein Storchenpaar brütet. Laut NABU ist auch in den beiden bekanntesten schleswig-holsteinischen Storchenstädten, in Bergenhusen mit etwa 20 Paaren und in Hitzhusen mit gut 30 Paaren, eine Zunahme des Storchenbestandes festgestellt worden.
Nördlich der Grenze verfolgen Storchenexperten erwartungsvoll die Entwicklung in Holland, und Jess Frederiksen von www.storkene.dk ist fest davon überzeugt, dass der enorme Zuwachs beim Storchenbestand südlich der Grenze die direkte Ursache dafür ist, dass man nun auch in Dänemark wesentlich mehr Störche beobachten kann als noch vor zehn Jahren: "Damals konnte niemand ahnen, dass der Storch so schnell eine Renaissance erleben würde. Der Storch ist fast genauso schnell zurückgekehrt wie er seinerzeit verschwand", sagt Frederiksen.
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