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Tierwelten : Hochbetrieb am Futterhaus

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Wildes Gezeter am Futterhaus: Amseln, Spatzen und Meisen landen im Sekundentakt bei den Nüssen und Körnern, die Gartenbestzier für die Vögel im Winter aufhängen.

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erstellt am 31.Jan.2010 | 01:50 Uhr

Seit mehreren Wochen hat der bittere Frost das Land im eisigen Griff. Wütend pfeift der schneidende Ostwind ums Haus. Drinnen bullert die Heizung im Dauerbetrieb und sorgt für behagliche Wärme. Draußen jedoch, im verschneiten Garten, herrscht, der beißenden Kälte zum Trotz, reger Flugbetrieb. Im Sekundentakt fliegen Spatzen und Meisen, Amseln und Rotkehlchen sowie zahlreiche andere Singvögel das reich gefüllte Futterhäuschen an. Körner- und Fettfutter, Nüsse und Äpfel, alles wird ratzfatz weggeputzt.
Nicht Gier ist es, was die Singvögel zur Fressorgie treibt, sondern der schiere Kampf ums Überleben. Bis zu 42 Grad beträgt die Körpertemperatur der Gefiederten. Je kleiner ein Vogel, desto größer ist, relativ zum Volumen, seine Oberfläche, und desto schneller kühlt er aus. Das dick aufgeplusterte Gefieder kann den Wärmeverlust nur kurzzeitig verhindern. Während des Tages müssen die Vögel ständig "nachheizen", mit der Nahrung als einziger Energiequelle. Und sie müssen Reserven schaffen für die Nacht, in der sie bis zu 15 Prozent ihres Körpergewichts verbrennen.
Die Natur bietet noch genug
Wären unsere Gartenvögel ohne Winterfütterung dem Untergang geweiht? Nein, denn da gibt es ja noch die natürliche Nahrung: In vertrockneten Blütenständen finden die Vögel auch bei Eis und Schnee Sämereien, unter der Rinde von Bäumen fette Insekten, und auch Hagebutten und andere Früchte sind energiereiche Nahrung. Die meisten Vögel an der Futterstelle gehören ohnehin zu den häufigen Arten. Wer topfit und gesund ist, der überlebt den Winter auch ohne die Hilfe des Menschen. Aber selbst, wenn es für den Artenschutz nicht wirklich was bringt: Schaden tut das gut gefüllte Futterhaus nicht.
Immer vorausgesetzt, man füttert richtig. Fettreiche Körner und Samen, wie Sonnenblumenkerne und Erdnüsse, sind für Finken und Meisen ideal. Rotkehlchen und Zaunkönig nehmen lieber die Weichfutter-Mischungen aus fettgetränktem, gequetschtem Getreide. Amseln und Drosseln lieben halbierte Äpfel und anderes Obst. Um das Infektionsrisiko durch Kot gering zu halten, sollten Futtersilos oder Meisenknödel verwendet werden. Und das wichtigste zum Schluss: Ein Garten muss nicht immer "schier" sein. Wer standortgerecht pflanzt und im Herbst auch mal ein paar Stauden stehen lässt, der hat während des ganzen Jahres seinen Spaß an den gefiederten Freunden.

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