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Vogel des Jahres : "Himmelsziegen" meckern selten

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Die Bekassine ist der Vogel des Jahres 2013. Mit der jährlichen Wahl macht der Nabu auf die Gefährdung von Vögeln und Lebensräumen aufmerksam.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2013 | 01:55 Uhr

Kiel | Wie klingt eine Bekassine? Wer unter 50 Jahre alt ist, weiß das nicht. Denn der Vogel ist in Schleswig-Holstein, ja in Deutschland, weitgehend verstummt. Der Grund: Der Schnepfenvogel mag es gerne feucht und weitläufig. Nasse Füße sind für ihn kein Problem, Baumbestand dagegen schon. "Mit Waldkulissen kommt er nicht gut zurecht", so Thomas Behrends über die Bekassine, die zum Vogel des Jahres 2013 ausgerufen wurde.

"Einst gab es über 4.000 Exemplare im Land", erklärt der Experte vom Nabu (Bund für Umwelt und Naturschutz). Inzwischen brüten nur noch 900 bis 1.000 Bekassinen im nördlichsten Bundesland. In renaturierten Hochmooren wie dem Fockbeker oder dem Wilden Moor ist der Vogel wieder zu finden. Aber die eigentlichen Lebensräume wie Feuchtwiesen und Niedermoore seien durch Entwässerung weitgehend verschwunden - und damit die Bekassinen, so Behrends. Er kann sich noch erinnern, dass er als Kind an der Schwentine bei Preetz mit seinen Freunden in Richtung Lebrade los zog, um die "Himmelsziegen meckern zu hören".

Der Sturzflug als Markenzeichen

Was als Meckern bezeichnet wird, entsteht während des Balzfluges der Männchen. Ornithologen sprechen von einem sogenannten Instrumentallaut. "Er entsteht durch den Wind beim Sturzflug, wenn der Vogel die beiden äußeren Schwanzfedern abspreizt. "Durch Landschaftswandel und Klimaveränderung sind zahlreiche Lebensräume der Bekassine zerstört worden und drohen weiter vernichtet zu werden, so die Nabu-Experten. Werden Moore renaturiert - also wieder vernässt - erhalten die Vögel jedoch ihre geliebte feuchte Kinderstube zurück.

Feucht ist es an der Westküste - wo man die schleswig-holsteinischen Bekassinen überwiegend findet, in den Wiesenvogelschutzgebieten der Köge und Salzwiesen. Dort balzen sie momentan auch und wenn Vogelfreunde Glück haben, können sie dort ihren Kunstflug beobachten, wenn die Männchen bis auf 50 Meter hoch "himmeln" und sich steil im Zickzackflug hinunter stürzen.

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