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Tiere

13. Dezember 2017 | 16:21 Uhr

Seehunde : Hallo Heuler!

vom

Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer werden jetzt die Seehundbabies geboren.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2013 | 07:56 Uhr

FRIEDRICHSKOOG | Die vor wenigen Tagen in der Seehundstation Friedrichskoog vorgestellten ersten Heuler sind das eindeutige Signal: Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer hat die Wurfsaison der Seehunde begonnen. Alljährlich ab etwa Ende Mai bringen die Seehundweibchen auf den Sandbänken ihre Jungen zur Welt, die der Mutter gleich bei der nächsten Flut ins Wasser folgen müssen. Dabei geht manchmal etwas schief - und aus dem fröhlichen Seehundbaby wird ein Heuler.
Aber warum heißen Heuler eigentlich Heuler? Wer jemals das jämmerliche Rufen eines Seehundbabys nach seiner Mutter gehört hat, kennt die Antwort. Das Heulen klingt herzzerreißend, ist aber nicht etwa eine Botschaft an den Menschen, dass er eingreifen soll. Vielmehr werden Mutter und Kind häufig einfach durch Strömung oder starken Wellengang getrennt. Die Rufe des Jungen haben die Funktion, das Muttertier anzulocken. Oftmals funktioniert das auch.

Auf keinen Fall anfassen

Vermeintlich verwaiste Seehundbabys sollten darum nicht aufgescheucht und auf keinen Fall angefasst werden. Vielmehr sollte man die Behörden informieren, die dann den zuständigen Seehundjäger einschalten. Seehundjäger deshalb, weil Seehunde nach wie vor dem Jagdrecht unterliegen. Seit den 1970er Jahren allerdings werden sie in Schleswig-Holstein nicht mehr bejagt.
Aber Seehundjäger sind nach wie vor diejenigen, die sich auskennen mit der Art. Darum sind sie es, die entscheiden, was im Einzelfall zu geschehen hat. Meist sorgen sie erst einmal dafür, dass der Bereich um das mutterlose Jungtier herum abgesperrt wird, damit die Mutter sich ungestört nähern kann.
Geschieht dies auch nach angemessener Wartezeit nicht, geht es - mit Ausnahme von erkennbar kranken und extrem schwachen Tieren, die vor Ort von ihrem Leiden erlöst werden - ab in die Seehundstation. Dort werden die Kleinen aufgepäppelt, bis sie, mindestens 25 Kilo schwer und tierärztlich für gesund befunden, wieder in das Wattenmeer entlassen werden.
Wachsende Population 158 Heuler wurden im vergangenen Jahr von Friedrichskoog aus erfolgreich ausgewildert, berichtet Mitarbeiterin Janne Sundermeyer auf Anfrage von Schleswig-Holstein am Sonntag. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen - entsprechend der wachsenden Population der Seehunde im schleswig-holsteinischen Wattenmeer.
Denn nach zwei Seuchen in den Jahren 1988 und 2002 hat diese sich längst wieder erholt. 11262 Seehunde wurden nach Informationen aus der Nationalparkverwaltung in Tönning Ende Juni 2012, also nach Abschluss der Wurfzeit, gezählt, davon 3247 Jungtiere. Die Seehundstation hat sich auf die Entwicklung eingestellt und die Becken für den Seehundnachwuchs den Informationen zufolge um vier auf jetzt elf erweitert.

Interessierte Besucher können die Heuler - nachdem diese eine Quarantänezeit durchlebt haben - in Friedrichskoog aus nächster Nähe beobachten. Die Öffnungszeiten der Seehundstation sind täglich von 9 bis 18 Uhr, Fütterungszeiten der Heuler: 9, 12.30 und 16.30 Uhr.

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