zur Navigation springen

Elefanten : Giganten der Savanne

vom

Die Elefanten im Amboseli Nationalpark sind friedliche Kolosse. Wenn jedoch ein mit Testosteron vollgepumpter Bulle vorbei kommt, ist es mit der Ruhe schnell vorbei.

Morgendämmerung im Amboseli Nationalpark am Fuß des Kilimandscharos. Eine Herde Elefanten, es sind so an die 20, kommt geradewegs auf uns zu. Wir sitzen neben unserem Fahrzeug, auf dem ausgetretenen Pfad der mächtigen Tiere. Gemächlich und ohne Zögern, so, als gäbe es uns nicht, hält die erfahrene Leitkuh den Kurs. Als die Wand aus riesigen Körpern nur noch 20 Meter entfernt ist, teilt die Herde sich auf. Und dann sind wir mitten drin. Zum Greifen nah ziehen die grauen Riesen vorbei, links und rechts, vor und hinter uns. Wir riechen ihren Atem, wir hören das Grummeln ihrer Mägen - und wir fühlen uns unendlich klein.
Die Nacht haben die friedfertigen Kolosse im Schutz der Akazienwälder verbracht. Jetzt sind die Rüsseltiere hungrig. Ein Elefant frisst täglich an die 200 Kilo saftiges Gras sowie Blätter und Wurzeln, und auf der Suche nach Nahrung legt er riesige Strecken zurück. Zehn Kilometer weiter, in den Amboseli-Sümpfen im Zentrum des Nationalparks, treffen wir die grauen Riesen wieder. Ausgelassen toben die Babys im Wasser, und auch die Mütter und Tanten genießen das kühlende Nass. Mit ihren Rüsseln reißen sie Pflanzen aus dem Schlick, stopfen sie sich in die Mäuler und zermahlen sie mit den backsteingroßen Zähnen.
Aus seinen Schläfendrüsen sickert ein zähflüssiges Sekret
Plötzlich ist es vorbei mit dem friedlichen Bild. Ein Bulle taucht auf, viel mächtiger noch als die größten Weibchen, und bewaffnet mit riesigen Stoßzähnen. Der Koloss ist in der "Musth", wie die Paarungszeit der männlichen Elefanten heißt. Aus seinen Schläfendrüsen sickert ein zähflüssiges Sekret, und die Innenseiten seiner Hinterbeine sind vom ständig tropfenden Urin benässt. Vollgepumpt mit dem männlichen Sexualhormon Testosteron zieht er seit Tagen einsam durch die Savanne, schlecht gelaunt und aggressiv. Stürmisch treibt der liebestolle Macho ein brünstiges Weibchen weg von der Herde. Aber sie weicht aus und flüchtet, ist zur Paarung noch nicht bereit.
Als dann ein zweiter Bulle auf der Bildfläche erscheint, kommt das dem abgewiesenen Liebhaber gerade recht. Mit lautem Trompeten drohen die Recken sich an. Dann prallen die tonnenschweren Giganten aufeinander, wieder und wieder. Selbst zwei Stunden später ist der Kampf noch nicht entschieden. Doch schließlich haben die beiden genug. In entgegengesetzten Richtungen ziehen sie davon, weg von der Herde, hinaus zum einsamen Marsch durch die Savanne. Vielleicht findet sich ja anderswo ein williges Weibchen.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Mai.2009 | 01:46 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen