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Tiere

12. Dezember 2017 | 15:25 Uhr

Pottwale : Giganten der Meere

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Pottwale sind die Giganten der Meere. Wer sich das Skelett eines Pottwals anschaut, beispielsweise im MultiMar Wattforum in Tönning, fühlt sich vor allem - klein.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2009 | 01:38 Uhr

Mühsam stampft der umgebaute Fischkutter "Reine" durch das Nordmeer vor der norwegischen Inselgruppe der Vesteralen. Seine Passagiere haben sich im Besucherzentrum von Hvalsafari SA in Andenes ausführlich über Wale informiert. Jetzt wollen sie die Giganten der Meere live erleben. Endlich: Eine riesige Fluke hebt sich aus dem Wasser, ragt schließlich senkrecht empor und gleitet in die Tiefe. Ein Pottwal - abgetaucht! War das etwa alles? Nein, die riesigen Meeressäuger haben mehr zu bieten. Ein Schrei: "Wahnsinn, seht mal, dort". Groß wie ein Güterwaggon schießt der rechteckige Kopf eines Wals viele Meter weit aus den Fluten. Dann kippt der Koloss, scheinbar in Zeitlupe, langsam nach vorn. Haushoch spritzt die Gischt, als der leibhaftige "Moby Dick" in den Wellen verschwindet.

Bis zu 20 Metern misst ein ausgewachsener Pottwal-Bulle, und 50 Tonnen Gewicht sind für einen solchen Riesen keine Seltenheit. Auf Tauchgängen von 1000 m Tiefe und mehr erbeuten die größten bezahnten Tiere der Erde hauptsächlich Tintenfische, darunter auch die sagenumwobenen Riesenkalmare. Wie die meisten ihrer Verwandten haben sich die Pottwale von der ehemals starken Bejagung bis heute nicht erholt. Und immer wieder stranden Einzeltiere oder kleine Gruppen und verenden dann am Ufer. Ob sie sich einfach verirrten oder durch Parasiten, Lärm und Umweltgifte beeinträchtigt waren, ist bisher nicht bekannt.

Im Walhaus des Multimar Wattforum in Tönning fühlen sich die Besucher klein wie die Ameisen. Fasziniert bestaunen sie das 18 m lange Skelett eines Pottwals. "Dies ist einer der 16 Wale, die im Dezember 1996 am Strand der dänischen Insel Römö gestrandet sind", erklärt Dr. Gerd Meurs. Der Leiter des Multimar Wattforums will den Gästen seiner Ausstellung die bedrohten Meeressäuger näher bringen und meint: "Die Ehrfurcht vor diesen nahen Verwandten führt dazu, dass die Menschen über ihr eigenes Verhalten zur Umwelt nachdenken". Vielleicht verstehen sie dann auch, dass die Welt ärmer wäre ohne die Giganten der Meere.

Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum, Am Robbenberg, 25832 Tönning, Öffnungszeiten: ganzjährig täglich geöffnet (außer 24.12.), 1.4. bis 31.10. von 9-19 Uhr, 1.11. bis 31.3. von 10-17 Uhr, www.multimar-wattforum.de.

Hvalsafari AS, P.O.Box 58, 8483 Andenes, Norwegen, www.whalesafari.com

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