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Wildtiere : Frühlingsgefühle in der Tierwelt

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Die Fauna erwacht zum Leben: Sonne und Wärme lassen den Hormonspiegel der Tiere steigen.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2013 | 05:29 Uhr

Flintbek | Die Vögel trällern und tirilieren, Dachse kommen verschlafen aus ihren Bauten, Rehe laben sich an den ersten grünen Grashalmen, die Katze aalt sich im Garten in der Sonne: Es scheint, als hätte die Tierwelt ebenso sehnsüchtig auf den Frühling gewartet wie wir Menschen.

Haben Tiere Frühlingsgefühle? "Ja sicher", lacht Marcus Börner, Sprecher des Landesjagdverbandes. Die einfache biologische Erklärung: Licht und Sonne befeuern die Hormonproduktion. Das hat die Natur gut eingerichtet: All das sind Signale für den Körper, dass jetzt die beste Zeit ist für die Fortpflanzung. "Denn Wärme und gut verfügbare Nahrung sind Faktoren, die die Überlebenschancen der Jungen erhöhen", erläutert Börner.

Das Erwachen beginnt

Hörbar selbst für Stadtbewohner wird das Ansteigen des Hormonspiegels bei den Singvögeln. Ihr Gesang soll sowohl Paarungspartner anlocken als auch das eigene Revier markieren. Bei einigen ist die Partnersuche bereits abgeschlossen: Wer gern Vögel beobachtet, wird jetzt Zeuge von hektischen Aktivitäten an den Nistkästen, wenn Kohl- und Blaumeisen, Feld- und Haussperlinge die Nester für die Eiablage vorbereiten.

Größere Vögel wie Seeadler und Graureiher sind bereits ein Stück weiter mit der Nachwuchsvorbereitung, sie besetzen ihre Horste ab Februar. Auch Störche haben sich in ihren Nestern eingerichtet. Vereiste Gewässer und bis weit in den März hinein verschneite Wiesen machten ihnen allerdings die Nahrungssuche schwer. Jetzt jedoch erwachen auch wechselwarme Tiere wie Frösche, Kröten und Lurche aus ihrer Winterstarre und krabbeln heraus aus Laubhaufen und Löchern, um die Wanderung zu den Laichgewässern anzutreten – ein im wahrsten Sinne des Wortes gefundenes Fressen für die Störche.

Amphibien oder Haustiere: Alle genießen das Wetter

Die Amphibien gehören zu denen, auf deren Verhalten sich die lange Kälte am stärksten auswirkt. Denn bei den wechselwarmen Tieren geschieht die Steuerung über die eigene Körpertemperatur. Anders bei den Winterschläfern unter den Säugetieren: Ihre Temperatur sinkt im Winter nur geringfügig ab, während die gesamten Köperfunktionen stark heruntergefahren werden.
Aber jetzt kommen auch sie aus ihren Ruhelagern und widmen sich der Aufzucht des Nachwuchses. Bei den Dachsen etwa wird dieser, nach der Befruchtung und einer mehrmonatigen Eiruhe, noch während oder kurz nach der Winterruhe in einem gut ausgepolsterten Nest im Dachsbau geboren. Nicht selten Wohnnachbarn im unterirdischen Dachszuhause sind Füchse; bei ihnen stellt sich ab März der Nachwuchs ein.

Auch Haustiere begrüßen den Frühling und genießen die warmen Sonnenstrahlen. Bei Hunden ist die Läufigkeit weniger jahreszeitlich gesteuert, bei Katzen dagegen schon: Ihre Rolligkeit liegt meist im März und oft noch einmal im September. Frühlingsgefühle von Hauskatzen in Form von Paarungsbereitschaft sollten ihre Halter jedoch, so der dringende Appell von Tierschützern, unbedingt unter Kontrolle halten: Die Tierheime im Land sind bereits jetzt überbesetzt mit Katzen jeden Alters.

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