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Die Libelle : Fliegendes Erfolgsmodell

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Libellen sind echte Flugkünstler, perfekte Räuber und die wahren Riesen unter den Insekten.

Manche Baupläne im Tierreich sind so gut, dass sie seit Millionen von Jahren kaum verändert werden mussten. Der Bauplan der Libellen gehört dazu. Sie haben schillernde Namen wie "Mosaikjungfer", "Smaragdlibelle", "Prachtlibelle", "Quelljungfer" und sind wahre Schmuckstücke der Natur. Sie sind aber auch perfekte Jäger, und das sowohl als Larve im Wasser als auch als fertiges Fluginsekt. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 19 Zentimetern sind sie die Riesen unter den Insekten, und sie haben dabei erstaunliche Flugfähigkeiten.
Die Libellenvorfahren des Karbon vor rund 300 Millionen Jahren waren mit bis zu 72 Zentimetern Flügelspannweite allerdings erheblich größer. Zu erklären ist dies mit dem damals deutlich höheren Sauerstoffgehalt der Luft, der die Atmung dieser großen Insekten erst ermöglichte. Mit Angst vor Krabbeltieren wäre man damals schlecht beraten gewesen, denn es war das Zeitalter der Riesen unter den Spinnentieren und Insekten. Typisch für Libellen sind ihre zwei Flügelpaare, die sie nicht wie andere Insekten übereinander lagern können, da ihnen das notwendige Flügelgelenk fehlt.

Größter Teil des Lebens eine Larve

Der extrem bewegliche Kopf ist mit großen Facettenaugen und kräftig entwickelten Mundwerkzeugen ausgestattet. In Kombination mit den klauenbesetzten Fangbeinen und ihrem besonderen Flugvermögen sind Libellen perfekt für die Jagd in der Luft ausgestattet. Auch die im Wasser lebenden Larven sind gefährliche Räuber.
Libellen verbringen - wie einige andere Insekten auch - den größten Teil ihres Lebens als Larve. Je nach Libellenart können bis zu fünf Jahre vergehen, bis das fertige Fluginsekt (Imago) nach mehreren Larvenstadien schlüpft. Diese Imagines leben dann nur noch etwa sechs bis acht Wochen, manche nur zwei Wochen und die Winterlibelle (eine Besonderheit) bringt es auf bis zu elf Monate - allerdings die Hälfte der Zeit in Winterstarre.

Nahrung und Feinde der Libellen

Mit dem Schlupf des Fluginsekts beginnt die letzte Lebensphase, die der Fortpflanzung. Jeder hat sicher schon einmal ein "Paarungsrad" beobachten können. Die Eiablage erfolgt meist in das Gewässer, wobei manche Arten sogar komplett eintauchen und für die Eiablage bis zu 90 Minuten unter Wasser bleiben.
Die Nahrung besteht aus allen Insekten, die überwältigt werden können, auch anderen Libellen kleinerer Arten. Aber Libellen haben ihrerseits ebenfalls Fressfeinde, etwa Frösche, Fledermäuse und Vögel, Wespen und Spinnen - vor allem, wenn sie sich zum Schlupf ein letztes Mal häuten und hierzu an Gräsern emporkriechen. Ihr Lebensraum sind die Gewässer und die angrenzende Umgebung (für die Larven), aber für ihre Jagd nutzen sie auch Gebiete weit abseits der Gewässer, und dabei legen sie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h bemerkenswert weite Strecken zurück.

Fischarme oder -freie Gartenteiche können helfen

In ihren Lebensraumansprüchen sind Libellen recht unterschiedlich, aber eines ist allen gemein - sie benötigen Wasser. Generell kann gesagt werden, dass eine Art häufig umso gefährdeter ist, je spezifischer ihre Lebensraumansprüche sind. Denn heute verschwinden vor allem die natürlichen Kleingewässer in Mooren und Heiden. Arten wie die Torf-Mosaikjungfer oder die Hauben-Azurjungfer sind somit zunehmend gefährdet.
Andere Arten wie die Blaugrüne Mosaikjungfer, die Grosse Pechlibelle und die Hufeisen-Azurjungfer haben es geschafft, die Vielzahl an neuen Gartenteichen zu besiedeln. Diese sind umso attraktiver, je naturnäher sie sind. Wer Libellen helfen möchte, sollte seinen Gartenteich fischarm oder -frei halten. Fische und pflanzenfressende Fische in zu großer Zahl verschlechtern die Entwicklungsmöglichkeiten für Libellen, denn diese benötigen nicht nur genug Beutetiere, sondern auch genügend Pflanzen für die Eiablage.
Die Autorin Rita Jensen arbeitet im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein; Abteilung Naturschutz und Forst

Daten und Zahlen - Die Libelle

Nahrung:
Alle anderen Insekten

Fressfeinde:
Frösche, Fledermäuse, Vögel

Fortpflanzung:
Männchen und Weibchen bilden ein "Paarungsrad". Hierzu hält das Männchen das Weibchen an einem artspezifischen Klammermechanismus am Hinterkopf des Weibchens und das Weibchen führt den Hinterleib zur Paarung dem Männchen zu. Auch in der Folgezeit bleiben einige Arten bei der Eiablage, die an ganz unterschiedlichen Orten erfolgt, so verbunden. In der Regel erfolgt die Eiablage in ein Gewässer, einige Arten legen ihre Eier aber auch in Pflanzen oberhalb des Wassers ab (z.B. Weiden-Jungfern). Die schlüpfenden Larven leben räuberisch im Wasser und machen mehrere Häutungen durch. Für die letzte Häutung begibt sie sich an Land, an vertikale Strukturen, wo schließlich das Fluginsekt schlüpft (Imago).

Lebensdauer:
Larven: drei Monate bis fünf Jahre
Imagines (Fluginsekt): zwei Wochen bis sechs Monate

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erstellt am 21.Jun.2013 | 06:05 Uhr

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