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Arche Warder : Es grunzt, quiekt und blökt

vom

1000 seltene Bewohner im Tierpark Arche Warder – ein "Freilichtmuseum" für 80 historische Tierrassen.

Warder | Schon der Weg von der Autobahnabfahrt Warder zum nahegelegenen Tierpark entschleunigt und entführt in eine kaum berührte Naturlandschaft, mitten in Schleswig-Holstein. Sie bildet gleichsam den Teppich für einen 40 Hektar großen familienfreundlichen Park, der dem Erhalt der ursprünglichen Vielfalt und der Zucht althergebrachter oder vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen dient: ein einmaliges Konzept in Europa.

Gleich am Eingang bietet der Streichel-hof den ersten unmittelbaren Kontakt mit dem Tiernachwuchs – ein Dorado für junge Besucher: Was auf vier Beinen stehen kann, steht erwartungsvoll da und möchte gestreichelt werden; die neugeborenen Lämmer liegen im angrenzenden Stall. Von dort aus hört man schon die Gänse, die mit lautem Geschnatter auf sich aufmerksam machen und uns weiterlocken in eine harmonisch gestaltete wasserreiche Parkanlage voll verschiedener Wasservögel, darunter allein acht Gänse- und sechs Entenrassen, dazu Schwäne, Hühner und Pfauen.

Ein halber Tag ist eher zu kurz für Besuch

Und nach der nächsten Biegung warten die Esel am untersten Ende ihres Geheges geduldig und neugierig auf die näherkommenden Besucher. Sie stehen nebeneinander dicht am Zaun, mit aufgestellten Ohren. Wenn man zu ihnen spricht, stellen sie die Ohren schräg und wirken sehr nachdenklich. Mit ihrem dichten zotteligen Fell sind sie die Lieblinge des Publikums, gleichsam die "Teddybären" des Parks. Die großen, seltenen Poitou-Esel werden bis zu 400 Kilogramm schwer und erreichen ein Stockmaß von 150 Zentimetern.
Von anderem Temperament sind die Schweine. Sie eilen querbeet grunzend herbei und wenden sich abrupt wieder ab, wenn man keine Futtertüte dabei hat. Nach der öffentlichen Fütterung lassen sie sich von eilig herbeifliegenden Krähen die Brotstücke klauen, während sie an den korngefüllten Trögen rangeln. Übrigens steht auch das Angler Sattelschwein längst auf der Roten Liste, wie etwa das Turpolje-Schwein, das Wollschwein, das Masken- und das Sortbroget-Schwein und viele andere ihrer fröhlichen Artgenossen.

Der Rundgang führt weiter zu Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden: Ein halber Tag ist eher zu kurz, um die Arche Warder kennenzulernen. Und dann empfängt ein archäologisch sorgsam rekonstruiertes Steinzeitdorf die Besucher. Ein "steinzeitliches" Tiergehege und verschiedene Haustypen veranschaulichen jene Epoche, in welcher die Menschheit sesshaft wurde und mit dem Ackerbau auch die Viehhaltung ihren Anfang nahm.

Damals begann die Kulturgeschichte der Domestikation, der sich der Verein Arche Warder durch eigene Forschungstätigkeit und wissenschaftliche Kooperation mit internationalen Partnern widmet. Daraus resultieren die fachlichen Grundlagen für vielseitige besucherbezogene Ideen und Initiativen, von Kursen für Pferdeflüstern und Horsemanship bis zum Tierpfleger-Seminar, vom Kindergeburtstag bis zur Rallye für Erwachsene: Lebendiger und seriöser zugleich kann ein "Freilichtmuseum der Tiere" nicht sein.

Tierpark Arche Warder
Tierpark Arche Warder e.V., Langwedeler Weg 11, 24646 Warder,
Tel. 04329/ 91340
Öffnungszeiten: täglich von 10 -20 Uhr (Einlass mo-fr bis 17, sonst bis 18 Uhr)
Zertifiziertes Café-Restaurant, Übernachtungshütten. Aktuelle Angebote und Anfahrtskizze: www.arche-warder.de

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von
erstellt am 22.Mär.2013 | 02:08 Uhr

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