zur Navigation springen

Affen : Ein neues Zuhause für Lee

vom

Das Affenhaus im Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld bietet Meerkatzen und Schopfmangaben aus schlechter Haltung ein Leben in Gesellschaft von Artgenossen.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 06:04 Uhr

Kappeln | Affen als Haustiere? Der Fall des Sängers Justin Bieber und seines Kapuzineräffchens Mally ist ein prominentes Beispiel für solch falsch verstandene Tierliebe. Das Affenbaby wurde vor einigen Wochen bei der Einreise nach Deutschland vom Zoll beschlagnahmt, weil Bieber nicht die vorgeschriebenen artenschutzrechtlichen Papiere für das Tier vorweisen konnte. Seit Wochen wartet Mally nun in einem Tierheim auf die Entscheidung über ihre Zukunft. Glück in einem ähnlichen Unglück hatte die Grüne Meerkatze Lee: Sie genießt seit einigen Wochen ihr Leben mit anderen ihrer Art in der Affenstation des Tier-, Natur- und Jugendzentrums Weidefeld in Kappeln.
Eine Affenstation in Schleswig-Holstein? Ja, um eine solche wurde die Einrichtung des Deutschen Tierschutzbundes im vergangenen Jahr erweitert - aus trauriger Notwendigkeit. Denn immer wieder wollen Affenbesitzer ihre Tiere loswerden, weil sie damit nicht zurecht kommen, oder die Behörden müssen sie aus schlechter Haltung befreien - und dann möglichst artgerecht unterbringen.

"Menschen sind kein auch nur halbwegs angemessener Ersatz"


So wie Lee, die von einem Gastronomen in einer Bar gehalten wurde. Zigarettenqualm, schlechte Luft, kaum Tageslicht: Für ein bewegungsfreudiges Tier wie eine Grüne Meerkatze alles andere als artgerecht. Dabei brauchen Affen richtige Ernährung, Beschäftigung und, für die hochsensiblen Wesen besonders wichtig, die Gesellschaft von Artgenossen. "Menschen sind kein auch nur halbwegs angemessener Ersatz", weiß die Leiterin des Weidefelder Zentrums Katrin Umlauf.
Der Mangel spiegelt sich meist im Verhalten der Tiere wieder, so wie bei Lee: Sie zeigte schwere Verhaltensstörungen, verstümmelte zum Beispiel ihren eigenen Schwanz. Unter anderen Meerkatzen wurde sie, nach vorsichtigem Kennenlernen und schrittweiser Vergesellschaftung, ein ganz "anderer Affe": keck und fröhlich.

Frieden im Affenhaus


Klettern und Spielen Insgesamt sieben Primaten leben derzeit im Weidefelder Affenhaus, haben hier Platz zum Klettern und Anregungen zum Spielen durch vielfältig strukturierte Drinnen- und Draußengehege. Einige kommen aus schlechter Privathaltung, andere aus dem Zirkus.
Allerdings mussten sich die richtigen Partner erst finden: Lee sollte zunächst mit dem Meerkatzen-Männchen Chico und der älteren Josefine eine Gruppe bilden. Aber die Kleine erwies sich als ganz schön dominant, beanspruchte Chico für sich und mobbte Josefine, berichtet Katrin Umlauf.
Jetzt herrscht Frieden im Affenhaus. In Nachbarschaft der beiden Schopfmangaben Sofieke und Yessine leben Chico und Lee als Paar zusammen, Josefine gleich in doppelter männlicher Gesellschaft mit Jimmy und James. Die verhalten sich, wie Katrin Umlauf lachend berichtet, der alten Dame gegenüber geradezu "galant".
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen