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Igelstation Westerrönfeld : Ein Heim für verwaiste Igel

vom

In ihrer Igelstation in Westerrönfeld päppeln Caroline und Ingolf Müller hilflose Stacheltiere wieder auf.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 02:08 Uhr

"Der Dicke" ist Dauergast. Fast zwei Kilo bringt der stachelige Kerl auf die Waage, der bereits seit fünf Jahren in der Igelstation in Westerrönfeld lebt. Als Stammgast bewohnt er das größte Außengehege., das großzügige 30 Quadratmeter misst. Insgesamt bietet die Station Platz für 70 Igel, zwischen 250 und 300 Tiere finden hier pro Jahr für einige Zeit eine sichere Unterkunft.
Munter dreht "Der Dicke" seine Runden - ,doch sein Kopf hängt auf der einen Seite herunter, auch sein Gang ist leicht hinkend. Die Betreiber der Igelstation, das Ehepaar Caroline und Ingolf Müller, vermuten, dass er einen Schlaganfall gehabt hat. "In der Natur wäre er nicht überlebensfähig. Darum haben wir ihn hier behalten", erzählt Caroline Müller.

Krankenstation mit Labor


Angefangen hat es 2006 im eigenen Garten. Dort fand das Ehepaar den ersten Igel. Sie päppelten den Kleinen auf und brachten ihn regelmäßig zum Tierarzt. Ihr Engagement sprach sich herum. Nachbarn und Bekannte brachten ihnen hilflose Igel. "Unser Tierarzt hatte dann die Idee, dass wir eine Igelstation ins Leben rufen könnten", berichtet Caroline Müller. Seit 2008 betreiben sie diese nun in ihrem Haus und im Garten. Aus dem ehemaligen Büro wurde die Krankenstation inklusive Labor. Der Garten besteht aus Außengehegen - für die Igel, die sich bereits erholt haben.
Tagsüber schlafen Igel, wollen sich kaum auseinanderrollen, wenn sie geweckt werden. "Igel sind so schön sture Tiere", schwärmt Caroline Müller. Sie hat ein großes Herz für die Vierfüßler. Zu vielen Igeln kann sie eine Geschichte erzählen. "Der Dicke" lebt bereits seit fünf Jahren in der Igelstation. Ein Ehepaar fand ihn im Wald und konnte sich nicht erklären, was mit ihm los war. Von Anfang an zeigte er "Verhaltensauffälligkeiten", erinnert sich "Igelmutter" Müller. "Er schwankte beim Laufen, kippte immer auf eine Seite und fand sich nur schwer zurecht. Mittlerweile geht es ihm viel besser, doch seinen Futternapf findet er bis heute nur, wenn er an seinem gewohnten Platz steht."

Teure Tierliebe


Caroline und Ingolf Müller leben für die Tiere, sagen sie. Darum würde das Ehepaar jemanden mit einem hilfebedürftigen Igel "niemals wegschicken". Doch die Versorgung der Igel kostet viel Geld. "Zwar bringen viele Menschen kranke und schwache Igel vorbei, aber kaum jemand unterstützt unseren Verein mit Spenden", beklagt das Paar. Vieles zahlten sie aus eigener Tasche; die Kosten beliefen sich auf mindestens 7000 Euro im Jahr. Die Hauptposten machten das Futter und die Medikamente aus.
Bald wird es im Igelheim wieder turbulent zugehen: Im Juni, Juli, August kommen die neuen Igeljungen. Werden sie von ihrer Mutter getrennt, sind sie allein meistens nicht mehr überlebensfähig, weiß das Ehepaar Müller. In der Igelstation werden sie nicht allein gefüttert und gepflegt: Kranke Tiere werden medizinisch versorgt, es gibt sogar eine Sauerstoffflasche für die Igel. Schwerere Fälle werden von den Müllers zum Tierarzt gebracht. Mitunter sind sogar kostspielige Operationen notwendig, um das Leben eines Igels zu retten. Oder Tiere müssen eingeschläfert werden.

Auf Spenden angewiesen


Für die Finanzierung ihrer Station sind Caroline und Ingolf Müller auf Spenden angewiesen. "Das Geld wird ausschließlich für die Igel verwendet", versichert Caroline Müller. Sind die Tiere in der Krankenstation gesund gepflegt worden, dürfen sie in den Freigehegen überwintern und werden danach ausgewildert. Oft finden sich Menschen, die ihren Garten für die Igel zur Verfügung stellen und sie aufnehmen. So können sie ein Leben in freier Natur führen.

Kontakt: Igelstation Westerrönfeld, Telefon: 04331-4372 431, Internet: www.igel-hilfe-westerroenfeld.de

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