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Vögel : Ein hartes Jahr für Vögel

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Die Witterung der letzten Wochen macht Teilen der Vogelwelt zu schaffen: Bruten sind durch Kälte, Regen und Wind zerstört worden.

Husum | Die Vogelwelt hat es schwer in diesem Jahr: Erst die lang anhaltende winterliche Kälte, dann viel Regen und teilweise starker Wind. In vielen Teilen Deutschlands und Schleswig-Holsteins ist die Aufzucht des Nachwuchses für einige Arten im ersten Anlauf gründlich schief gegangen. "Pitschnass hocken viele Küken jetzt noch nackt im Nest", teilte die Deutsche Wildtier Stiftung vor einigen Tagen mit.
Auch die Vogelkinder, die schon die ersten Federansätze zeigen, müssten teilweise bitterlich frieren, denn diese isolieren noch nicht annähernd so gut wie das Gefieder der Altvögel. "Besonders Nestflüchter wie der Nachwuchs des Kiebitz leiden unter der Nässe", erklärt der Ornithologe der Stiftung, Peer Cyriacks. Etwas besser, weil trockener und windgeschützer haben es Höhlenbrüter wie Meisen, Rotschwänze, Spatzen und Spechte.
Dabei sind es nicht nur Kälte, Wind und Nässe, die den Vögeln zu schaffen machen, es ist vor allem die - letztlich auch witterungsbedingte - Nahrungsknappheit. "Tierisches Eiweiß ist wichtig für den Aufbau des Vogelkörpers, deswegen werden die meisten Jungvögel mit Insekten gefüttert", so Cyriacks. Doch diese seien derzeit kaum zu finden: Fluginsekten fliegen bei Regen nicht und selbst Raupen verkriechen sich.

Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer siehts gut aus

Aber es gibt auch gute Nachrichten - und die kommen aus dem schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Hier lief bisher, von einem etwas verzögerten Brutbeginn bei den Frühbrütern wie zum Beispiel Rotschenkel abgesehen, alles weitgehend nach Plan, berichtet Bernd Hälterin von der Nationalparkverwaltung auf Anfrage von Schleswig-Holstein am Sonntag. Die ersten geschlüpften Lachmöwenküken konnte er am 20. Mai nahe dem Eidersperrwerk beobachten, "und die Küstenseeschwalben brüten", so der Brutvogelexperte.
Ohnehin gilt die Redewendung "Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall" zwar keinesfalls nur, aber auch im Reich der Vögel. Denn die teilweise beträchtlichen Regenmengen mögen vielen Arten Probleme bereiten, anderen wiederum erleichtern sie das (Über-)Leben. Denen nämlich, die ihre Nahrung in feuchten Lebensräumen oder gut gefüllten Gräben finden wie zum Beispiel Fischreiher oder Störche. "Vorteil Amsel" heißt es im Hinblick auf die Nahrungssuche auch für einen der häufigsten heimischen Wald- und Gartenvögel. Denn Amseln bevorzugen, was die eiweißhaltige Nahrung für ihre Jungen angeht, Regenwürmer - und an denen mangelt es derzeit wahrlich nicht. In überschwemmten Gebieten sind sie jetzt vielfach an die Oberfläche gekrochen und dort leichte Beute für Amseleltern mit hungrigem Nachwuchs.

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erstellt am 07.Jun.2013 | 06:43 Uhr

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