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Schwalbenschwanz : Ein gefährdeter Sommerbote

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Er stiehlt den anderen Schmetterlingen die Schau: Gelb und schwarz gemustert, mit blauen und roten Farbtupfern ist der Schwalbenschwanz der bunteste Sommerbote.

Hochsommer. Um das Blumenmeer im Bauerngarten des alten Reetdachhauses summt, sirrt und brummt es. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen huschen von Blüte zu Blüte, sammeln Pollen und trinken Nektar. Fleißig und geschäftig sind sie unterwegs, als wüssten sie, dass die Zeit des Überflusses bald zu Ende geht. Mittags, in der größten Hitze, bekommen die Brummer farbenprächtige Gesellschaft: Schmetterlinge finden sich ein, protzig bunt und trotzdem zart und zerbrechlich. Kleiner Fuchs, Admiral, Zitronenfalter und Tagpfauenauge heißen die flatternden Sommerboten, die wie aufblitzende Farbkleckse die Blumenpracht bereichern.

Aber dann erscheint einer, der allen anderen Blütenbesuchern die Schau stiehlt. Gelb und schwarz gemustert gaukelt ein Schwalbenschwanz heran, mit blauen und roten Farbtupfern und spitzen Fortsätzen an den eleganten Flügeln. Geschickt entrollt der große Falter den langen Saugrüssel und versenkt ihn tief in einen engen Blütenkelch. Wie die meisten Schmetterlinge nimmt auch der Schwalbenschwanz nur flüssige Nahrung zu sich, hauptsächlich Blütennektar. In voller Pracht, die Flügel weit ausgebreitet, genießt er seine süße Mahlzeit.
Mit einer Flügelspannweite bis zu 75 mm ist der Schwalbenschwanz der größte und auffälligste Schmetterling in Deutschland. Die meiste Zeit seines Lebens jedoch verbringt der graziöse Flatterer, wie alle seine Verwandten, in wenig prunkvoller Gestalt. Aus dem Ei schlüpft eine Raupe, deren einzige Aufgabe es ist, zu fressen. Sie ernährt sich von Möhren, Dill und anderen Doldenblütlern, und hat sie etwa vier Zentimeter Größe erreicht, dann verwandelt sie sich in eine Schmetterlingspuppe. Zwei Wochen später ist der große Augenblick gekommen: Das unscheinbare Gebilde reißt auf, und heraus schlüpft der prächtige Falter.

Im Bauerngarten wiegen sich die Blumen inzwischen in der abendlichen Brise. Die Schmetterlinge klappen die Flügel hoch und stellen sich gegen den Wind, um nicht davon geblasen zu werden. Unser Schwalbenschwanz ist längst weiter geflogen - und es kann lange dauern, bis der nächste auftaucht. Die gelb-schwarzen Gaukler sind selten geworden in Schleswig-Holstein. Wo ihre Lebensräume verschwinden, die blütenreichen Wiesen, Wegböschungen und naturnahen Bauerngärten, dort können auch sie nicht überleben.

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erstellt am 04.Mai.2009 | 01:36 Uhr

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