Model-Contest : Edler Kopf und schlanker Hals

Die Schönste: Kay Sachau mit seiner Lieblingskuh 'Merkur' (geboren 17. Juli 2010), die als Startnummer 2 antrat. Foto: Kühl
Die Schönste: Kay Sachau mit seiner Lieblingskuh "Merkur" (geboren 17. Juli 2010), die als Startnummer 2 antrat. Foto: Kühl

Beim Schönheitswettbewerb des Kreisvereins der Rotbuntzüchter in Gnutz wurde die schönste Milchkuh gekürt. "Merkur" machte das Rennen.

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24. Juni 2013, 12:47 Uhr

Gnutz | Ein "Model-Wettbewerb" mit vierbeinigen Schönheiten wurde auf dem Hof von Kay Sachau in Gnutz ausgetragen. Statt auf einem Laufsteg hin- und her zu stöckeln, wurden die Teilnehmerinnen eine halbe Stunde im Kreis herumgeführt. Die Beurteilungskriterien beim Schönheitswettbewerb des Kreisvereins der Rotbuntzüchter waren etwas andere als bei "Germanys next Topmodel". Teilweise gab es jedoch auch gewisse Übereinstimmungen. Wenn Claus-Detlef Reimers als Chefrichter zum Beispiel erläuterte, dass der Bewegungsablauf der Teilnehmerinnen harmonisch sein müsse und "O- oder X-Beine" einer guten Note abträglich seien, sind das Aussagen, die sicher auch die Zustimmung von Heidi Klum finden würden.
"Sie muss sich gut auf ihren Füßen bewegen können", betonte Reimers. Auch in punkto Kopfform definierte der Fitzbeker, der bis vor zwei Jahren der Bewertungskommission des Rinderzuchtverbands Schleswig-Holstein angehörte, Idealvorstellungen, die wohl auch Heidi Klum unterschreiben würde: "Ein edler Kopf und ein schlanker Hals werden positiv bewertet." Bei der Begründung enden dann allerdings die Parallelen zu Castingshows mit zweibeinigen Models. Am edlen Kopf könne man den "Milchcharakter" der Kuh ablesen, so Reimers: "Ein breiter Kopf und ein dicker Hals entsprechen nicht dem Zuchtziel."

Mit gleichen Chancen an den Start

Ganz wichtig bei der Beurteilung einer rotbunten Milchkuh ist der Körperteil, aus dem die Milch kommt. "Die Euterform macht mindestens 40 Prozent der Beurteilung aus", vermerkte Reimers, der sechs ausgewählte Rotbunte aus dem Stall von Kay Sachau "rangierte", das heißt: die Reihenfolge hinsichtlich des aktuellen Züchterideals festlegte. "Das Besondere bei unserem Grillabend ist, dass die Zuschauer auch mitrichten dürfen", erklärte Kreisvereins-Chef Klaus-Jürgen Wichmann aus Haby, "alle bekommen einen Zettel, auf dem sie ihre Reihenfolge notieren können, und die, die am nächsten am Ergebnis des Richters dran sind, bekommen Preise."
Um Chancengleichheit zu gewährleisten, waren alle Kühe ungefähr gleich alt (alle Jahrgang 2010) und hatten alle erst einmal gekalbt (vor vier bis acht Monaten). Als Nr. 1 wurde "Moni" in den Ring geführt, als Nr. 2 "Merkur" und dann "Naery", "Nora", "Nany" und "Nita". Nach einer knappen halben Stunde verkündete Reimers sein Urteil. "Nr. 2 ist ganz klar die Beste vom Fundament her, und sie hat auch ein hervorragendes Euter", befand der Fitzbeker und kürte "Merkur" zur schönsten Rotbunten des Abends. "Moni" musste sich mit Platz 2 zufrieden geben, "Nora" mit Rang 3. Um den Zuschauerwettbewerb noch etwas schwieriger zu gestalten, mussten die Teilnehmer zusätzlich zur Rangierreihenfolge auch noch das Gewicht von Blonde dAquitaine-Prachtexemplar "Franka" erraten (richtige Antwort: 1.040 Kilo).
Für die Preisverleihung teilten Wichmann und seine Mitstreiter die Sommerfestgäste, die beim Rangierwettbewerb erfolgreich mitmachten in Männer (1. Klaus Bestmann aus Jevenstedt, 2. Claus Solterbeck aus Beringstedt, 3. Christian Rohwer aus Stafstedt), Frauen (1. Neele Harder aus Hassmoor, 2. Petra Koep aus Holtdorf, 3. Helga Bestmann aus Jevenstedt) und Kinder (1. Tim Solterbeck aus Beringstedt, 2. Swantje Kühl aus Padenstedt, 3. Johanna Stange, Sören) ein.

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