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Gesundheit für Vierbeiner : Die den Hund krault

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Wenn Vierbeiner sich einen falschen Gang aneignen, kann Physiotherapie helfen.

Flensburg | "Zuallererst zum Tierarzt", rät Hunde-Physiotherapeutin Malin Johannsen. Die Flensburgerin beginnt mit ihrer Therapie für Vierbeiner erst nach gründlicher Diagnose durch den Tierarzt. Dann korrigiert sie Fehlhaltungen, löst Verspannungen, dehnt verkürzte Muskulatur und lindert somit Schmerzen. Dazu muss sich die Therapeutin einiges einfallen lassen, damit die Hunde auch mitmachen. Johannsen lobt die schlauen Vierbeiner sehr, so dass diese nicht die Lust verlieren. Und ihren Besitzern gibt sie bis zur nächsten Sitzung Hausaufgaben auf. Gerade zu Beginn der Therapie ist die systematische Arbeit wichtig.
Zuhause kann man gut mit dem Hund üben, zum Beispiel auf einer weichen Matratze. Oder das große Trampolin im Garten wird zweckentfremdet für das Training auf vier Pfoten. Wenn der Hund darauf steht, ist er gezwungen, seinen Körper auszubalancieren, eine Fähigkeit, die durch Krankheit und Fehlhaltung beeinträchtigt sein kann. Wackelbretter wie in der Welpenschule sind ebenfalls geeignete Trainingsgeräte.

Übergewicht schädigt die Gelenke des Hundes. Eine Diät kann das Verhältnis zwischen Mensch und Hund zwar spürbar belasten, aber andererseits sind Hunde nach einer erfolgreichen Diät beweglicher und in vielen Fällen schmerzfrei. Der Aufwand lohnt sich.

Der richtige Gang ist wichtig

In der Physiotherapie spielt die Gangschulung der Hunde eine große Rolle: Einige Patienten eignen sich ein falsches Gangbild an, um ihre schmerzenden Gelenke zu schonen. Anders als Menschen versuchen Hunde, ihre Schmerzen möglichst lange zu verbergen. Wenn ein Tier humpelt, lahmt oder eine Pfote nachzieht, leidet er also unter Umständen schon wochenlang. Erkrankungen des Skeletts oder degenerative Erkrankungen (typisch für viele große Hunderassen ist Hüftdysplasie, kurz: HD) mit langsamen Verläufen zeigen sich manchmal erst nach Jahren. Der Vierbeiner belastet dann die gesunden, schmerzfreien Gelenke stärker. Tut es hinten an der linken Pfote weh, verlagert der Hund Gewicht auf die vordere rechte Seite. Die Folge: Muskeln und Bänder verkürzen sich. Darum muss der richtige, ausgeglichene Gang wieder neu erlernt und eingeübt werden. Der Hund läuft über Stangen und lernt dabei, wieder seinem normalen Gang zu vertrauen. Dadurch verbessern sich ebenfalls Koordination und Gleichgewicht.

Nach Operationen sind Muskelaufbau und Rehabilitation gefragt. Das geht im Wasser besonders gut, denn dort werden die Gelenke weniger belastet. Viele Hunde sind begeisterte Schwimmer, hassen aber kaltes Wasser. Inzwischen haben viele Anbieter jedoch einen speziellen beheizten Hundepool.

"Einige Tiere schlafen sogar ein"

Das Nonplusultra einer seriösen Hundephysiotherapie sind Massage, der Muskelaufbau und die Muskelkräftigung. Alle Muskeln werden mit einbezogen, was bis zu einer Stunde dauern kann. Verhärtungen und steife Gelenke werden sanft behandelt. Dazu kniet sich Malin Johannsen auf den Boden. "Grundsätzlich nicht auf dem Tisch", denn der wecke bei vielen Hunden Erinnerungen an unangenehme Tierarztbesuche. Bei der Physiotherapie sollte der Hund aber maximal entspannt sein, damit tiefer liegende Muskelverhärtungen behandelt werden können. "Einige Tiere schlafen sogar ein."

Auch Zuhause sollte man seinen Hund massieren. Das intensiviert die Bindung und kann helfen, frühzeitig Probleme zu erkennen. Wer seinen Hund genau beobachtet, erkennt, wenn eine Körperstelle bei Berührung schmerzt: Der Hund hebt den Kopf, die Ohrenstellung verändert sich und der Blick richtet sich auf die schmerzende Stelle.



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erstellt am 01.Mär.2013 | 12:20 Uhr

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