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Von Einzelgängern und Teamplayern : Die Beziehungsformen der Vögel

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Manche Vögel halten sich einen kleinen Harem, andere verzichten ganz auf einen Partner: Bei der Futtersuche schließen sich verschiedene Vogelarten zusammen.

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erstellt am 17.Apr.2013 | 07:11 Uhr

Eutin | Unter den mitteleuropäischen Vögeln gibt es wenige Arten, bei denen sich ein Männchen mit mehr als einem Weibchen paart. Beispiele sind der Fasan, der sich einen Harem von bis zu einem halben Dutzend Hennen hält, und der Haushahn.

Zaunkönige nehmen ein oder mehrere Weibchen. In Gegenden mit reichlichem Nahrungsangebot neigen sie zur Vielehe und in kargen Biotopen zur Einehe. Auch bei Trauerschnäpper, Rohrdommel und Grauammer hat ein Männchen oft mehrere Weibchen. Andererseits können sich auch Weibchen mit mehr als einem Männchen paaren, was bis vor kurzem nur im asiatischen Raum beim Wasserfasan bekannt war.

Ehelosigkeit - Kein Problem

Unter den im europäischen Raum brütenden Arten zählen nur das Auerhuhn, das Birkhuhn und der Kampfläufer zu den Vögeln, die keine Ehe eingehen; sie treffen sich nur zur Begattung, wobei sich jeder Vogel gewöhnlich mit mehr als einem Angehörigen des anderen Geschlechts vereinigt.

Vielehe und Ehelosigkeit funktionieren nur, wenn die Jungen von einem Elternteil alleine aufgezogen werden. Meist trifft das bei Vogelgruppen zu, die schon bei der Geburt ein dichtes Daunenkleid haben und bald nach dem Schlüpfen laufen und sich selbst mit Nahrung versorgen können. Lebt ein Vogel ehelos, dessen Junge hilflos schlüpfen, gibt es in der Regel Nahrung im Überfluss. Wenn eine solche Nahrung nicht leicht erreichbar wäre, würde die Gesamtpopulation dieser Art leiden.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist bei den meisten unserer Vögel die Familie nur eine vorübergehende Einheit, die nur so lange besteht, wie die Jungen noch nicht selbst für sich sorgen können. Bei Mauerseglern gibt es überhaupt kein Familienleben mehr, sobald der Nachwuchs fliegen kann. Bei einigen Vogelarten bleibt die Familie, nachdem die Jungen für sich selbst sorgen können, noch bis zur nächsten Brutsaison zusammen. Dies trifft bei Schwanzmeisen, Gänsen und Schwänen zu.

Individuelle Sicherheit durch Schwarmbildung

Zahlreiche Vögel gehen zumindest für einen Teil des Jahres gemeinsam auf Futtersuche – denken wir an die Schwärme der Ringeltauben, der Stieglitze und der Sperlinge. Andere wieder, wie Stare und Saatkrähen, gehen das ganze Jahr über gemeinsam auf Futtersuche. Die Winterscharen unserer Vögel können aus einer einzigen Art bestehen oder gemischt sein. Beispiele sind die Saatkrähen, die oft zusammen mit Dohlen auf Nahrungssuche gehen. An unseren Küsten stehen oft Kiebitze, Stare und Goldregenpfeifer zusammen, auch fliegen sie bei Gefahr gerne gemeinsam auf, wie an der Nordsee bei den zu Tausenden versammelten Limikolen beobachtet werden kann. Und in winterlichen Meisentrupps trifft man häufig nicht nur Meisen an, sondern auch Kleiber, Baumläufer und Wintergoldhähnchen.

Schwarmbildung macht einen Sinn, da sie dem Individuum mehr Sicherheit gibt, gerade dann, wenn es an offenen Stellen nach Nahrung suchen muss. Der Warnruf der eigenen Art wird genauso verstanden wie der fremder Vögel. Viele Augen im Schwarm finden aber auch leichter lohnende Nahrungsquellen, und so trifft man sich zu Futtergemeinschaften.

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