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Der berühmteste Hase der Welt : Der Vater aller Hasen

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Der "Feldhase" von Albrecht Dürer ist wohl der bekannteste unter den Langohren.

Er ist über 500 Jahre tot und doch der berühmteste Hase der Welt, zumindest in der Kunstgeschichte: der "Feldhase" von Albrecht Dürer (1471-1528). Der große Nürnberger Maler und Grafiker zeichnete dieses Prachtexemplar eines "Lepus europaeus", ausweislich seiner Signatur, anno 1502 - angeblich, so die Legende, nachdem er ihn während eines Sommerhochwassers aus den Fluten der Pegnitz gerettet hatte. Ob der Hase während der "Porträt-Sitzung" allerdings noch lebte, darf bezweifelt werden - wenn sich auch in den Pupillen des Tieres ein Fenster spiegelt. Doch dieses Bildelement ist zu formelhaft, um es als "Lebendbeweis" des Hasen anzuführen. Es kommt nämlich in mehreren Werken Dürers vor.

Und für einen toten Hasen sieht er zu natürlich aus, könnte ein solcher doch niemals einen derart lebendigen Eindruck hinterlassen. Es ist auch unwahrscheinlich, dass Dürer ein anderer, lebendiger Hase "Modell saß", dafür ist Dürers Feldhase zu statisch wiedergegeben. Bleibt die letzte, wahrscheinlichste Variante, dass der Künstler nämlich gar keinen bestimmten Hasen vor Augen hatte, sondern einen "anonymen" Meister Lampe aus dem Gedächtnis malte, was ein weiterer Beweis für Dürers phänomenale Beobachtungsgabe wäre.

Der Feldhase - das bekannteste Werk des Kunstmuseums

Wie dem auch sei, Dürers Feldhase ist zum beliebtesten Hasen der Welt geworden. Von ihm geht auf die Besucher eine "unheimliche Faszination" aus, sagt Dr. Maria Luise Sternath-Schuppanz, die Chefkuratorin und Dürer-Expertin des Wiener Kunstmuseums "Albertina", wo sich Dürers Meisterwerk heute befindet. Denn, das Bild verrät etwas über das Wesen des dargestellten Tieres: Wenn ein Mensch sich ausruht, kann er die Welt um sich herum vergessen - ein Fluchttier wie der Hase nicht.

Des Meisters Hase hat seine Ohren aufgerichtet, seinen rechten "Löffel" leicht geknickt, und signalisiert dadurch seine Wachsamkeit, seine Fähigkeit, jederzeit aufzuspringen und wegzulaufen. Die Kuratorin weiter: "Es ist sicherlich das bekannteste Werk, das wir im Haus haben. Früher war es so, dass Dürers ’Betende Hände’ diese Stellung eingenommen haben, aber in den letzten Jahrzehnten hat sich diese Entwicklung zugunsten des Hasen herauskristallisiert."

Natürlich trägt zur Beliebtheit des Dürer’schen Feldhasen bei, dass wir Menschen Hasen generell mögen. Empfinden wir, allzumal die Kinder, die mit dem Hasen ja auch noch das Eierschenken in Verbindung bringen, das Tier doch ob seines sanften Blicks und streichelweichen Fells einfach nur niedlich. Letztlich wirkt des Malers Kreatur durch sich selbst, war es doch vordem nicht üblich, Tiere - und dann noch ohne jeden religiösen Bezug - einzeln darzustellen. Dürers Hase ist hingegen einfach nur eins: Hase.

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erstellt am 28.Mär.2013 | 05:31 Uhr

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