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Tierischer Familienzuwachs : Der neue Hausgenosse

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Was Welpen und Zweibeiner brauchen, um sich gemeinsam wohl zu fühlen.

Flensburg | "Ohhh, ist die süüß!" Mit ihren dicken Kinderpfoten und dem weichen Welpen-Fell ist das Labrador-Mädchen Abbey das, was der Schleswig-Holsteiner "wonnig" nennt. Neugierig und ein bisschen tapsig erkundet sie die Welt – und ist eine Herausforderung für ihre Menschen, denn Abbey ist mitten in ihrer "Hauptsozialisierungsphase" wie "Tagesmutter" Steffi Grimm erklärt, das heißt: "Alles, was sie jetzt lernt, gehört für sie zum Alltag." Darf sie also, weil sie "sooo niedlich" ist, mit ins Bett oder auf den Schoß, wird sie diese Privilegien auch als großer Hund selbstverständlich einfordern. "Ihr das wieder abzugewöhnen wird schwer."

In der Flensburger Tierbetreuung, die Grimm und Geschäftsinhaberin Nadja Sorge gemeinsam aufgebaut haben, sind häufig Hunde mit Verhaltensweisen zu Gast, die ihre Besitzer lieber heute als morgen abstellen würden. Die beiden Expertinnen raten deshalb jedem, der sich einen Welpen anschafft: "Behandeln Sie ihn vom ersten Moment so, wie sie es später im Alltag machen wollen." Kommt der Hund das erste Mal in sein neues Zuhause, so darf er nach den anderen Familienmitgliedern selbst durch die Tür gehen. Ihm wird sein Hundeplatz gezeigt – ein Körbchen, räumlich geschützt, nicht zu groß und schön weich ausgepolstert. Dieser Platz ist sein Rückzugsort. Daran sollten sich die Menschen halten und ihn dort in Ruhe lassen. Zur Erstausrüstung gehören gut abwaschbare Futternäpfe, Leine und Geschirr oder Halsband und ein Spielzeug zum Kauen. Quietschende Gummitiere allerdings sind eine Gefahr, denn sie enthalten Weichmacher.

Die ersten fünf Monate sind die Prägephase

Zerkaut der kleine Hund solch ein Spielzeug, werden verschluckte Teile im Magen schnell hart, scharfkantig und zu einer großen Gefahr. Alte Socken sind deshalb viel besser. Auch ein Besuch beim Tierarzt sollte gemacht werden. Der schaut, ob alles in Ordnung ist, sorgt für nötige Impfungen und sonstige Behandlungen. Die Besitzer sollten sich nicht scheuen, genau nachzufragen: Wie sollen wir mit unserem Hund umgehen, worauf sollen wir achten?

In den ersten etwa fünf Lebensmonaten erleben die Hunde ihre Prägephase. Sie sind neugierig und lernen schnell. Alles, was sie jetzt kennen lernen, ist toll. Das macht natürlich auch den Menschen viel Spaß – dennoch sollte der tierische Nachwuchs in dieser Zeit nicht zum ständigen Mittelpunkt werden. Andernfalls wird er diesen Status später behalten wollen und entsprechend fordernd auftreten. Es macht Sinn, sich von vornherein Erziehungshilfe bei einem Hundetrainer zu holen, denn es gibt viel zu lernen: Stubenreinheit, Leinenführigkeit, Grundbefehle wie "Sitz", "Platz" und "Steh", Autofahren, allein zuhause bleiben, Besucher begrüßen. Viel Spaß machen jetzt Hol- und Bringspiele. Zieh- und Zerrspiele werden dagegen schnell zu Machtspielen – nicht zu empfehlen.

Nach etwa einem halben Jahr ist es mit dem ersten Spaß vorbei. Dann beginnt die Zeit, in der Wölfe ihren Nachwuchs zur Jagd mitnehmen und auch die Hundekinder verändern sich. Sie misstrauen plötzlich allem, was sie bis dahin nicht kennen gelernt haben und probieren sich aus. Sie kommen in die Pubertät, die bis zu anderthalb Jahre andauern kann. Eine Zeit, in der die Besitzer zeigen können, was sie schon im Umgang mit ihrem Hund gelernt haben. Erstes Gebot: "Ruhe bewahren und nicht laut werden", rät Nadja Sorge. "Werden Hunde angeschrien, halten sie das im Zweifel für fröhliches Gruppenbellen und ignorieren die Befehle." Das zweite wichtige Gebot: "Konsequenz". Wer seinem Hund zu viel durchgehen lässt, hat ihn schnell nicht mehr im Griff und die Probleme sind vorprogrammiert.

Informationen bei Nadja Sorge und Steffi Grimm unter der Telefonnummer 0461-1683384

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erstellt am 01.Mär.2013 | 12:26 Uhr

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