Styling für den Vierbeiner : Der Hund hat die Haare schön

Auch Hundewäsche muss sein – Sunny sieht’s ein. Fotos (3): Susanne Meise
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Auch Hundewäsche muss sein – Sunny sieht’s ein. Fotos (3): Susanne Meise

Die Friseurin Heike Dohr betreibt in Eckernförde einen Hundesalon. Aber ihre Kunden kommen aus ganz Deutschland.

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26. April 2013, 06:10 Uhr

Eckernförde | Alle sechs bis acht Wochen führt der Weg von Sunny und seinem Frauchen Erna Bretsch in den Salon Haareschön von Heike Dohr. Der Name ist Programm, allerdings legt die gelernte Friseurin nicht bei Menschen, sondern bei Hunden Kamm und Schere an. Ein Angebot, das Halter aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg genauso zu schätzen wissen wie etliche Urlauber, die ihren Aufenthalt im Ostseebad mit einem Styling für ihren Vierbeiner verbinden.

Egal ob kleiner Yorkshire oder schwergewichtiger Neufundländer - Heike Dohr bekommt jeden in ihre Finger, obwohl keiner wirklich gern zu ihr kommt. "Blöd finden es alle", weiß sie. Doch sie hat selbst drei Hunde, besucht regelmäßig die Hundeschule und hat Seminare zum Verhalten der Vierbeiner besucht, so dass sie ihre Gesten zu deuten weiß. Gebissen habe sie noch keiner, sagt Dohr, und sie versuche immer, den Stress für ihre Kunden so gering wie möglich zu halten. So werde beispielsweise niemand angebunden. Einzige Ausnahme: in der Wanne. Das Risiko, dass ein Hund doch unvermittelt mal heraushüpft und sich dabei verletzt, will sie nicht eingehen. Und wenn mal jemand überredet werden muss, hilft ein Leckerli. "Die meisten sind bestechlich, und ich habe immer welche in der Tasche", verrät Heike Dohr und lacht.

Und ab in die Dusche

Beim zehn Jahre alten Sunny braucht sie die nicht, obwohl der Rüde der Rasse Bichon Frisé mit seinem dünnen, aber üppigen Fell einiges über sich ergehen lassen muss. "Er hat viel Unterwolle. Die wird filzig, wenn man nichts macht", erklärt Besitzerin Erna Bretsch. So wird ihr kleiner Liebling zunächst gekämmt. Dann geht es unter die Dusche, wo Heike Dohr ihn mit einem Shampoo wäscht, das sie aus den USA bezieht. "Es ist gut auf die Hundehaut abgestimmt, rückfettend und brennt nicht in den Augen", sagt die Friseurin, die auch medizinische Bäder beispielsweise bei nicht ansteckenden Hautkrankheiten in ihren Räumen anbietet. Schon nach wenigen Minuten hat Sunny das Nass überstanden, das für ihn als wasserscheuen Vertreter seiner Art besonders grausam sein muss.

Eingewickelt ins rettende Handtuch, genießt er es, trocken gestreichelt zu werden. Schließlich ist es Zeit für den Fön, der den kleinen Rüden überhaupt nicht beeindruckt. Unter dem angenehm warmen Luftstrom wird gegähnt, und immer wieder werden die Augenlider schwer. "Es gibt zwar auch Boxen, um Hunde zu trocknen. Aber da kommt der Wind aus allen Ecken, und der Hund weiß gar nicht, wie ihm geschieht", berichtet Heike Dohr, die ihre Schützlinge immer von Hand fönt.

Um Sunnys Haare auf die gewünschte Länge zu bringen, greift die Hundefriseurin zur Schere, aber auch zum Trimmer. Und mit jedem Griff zeigt sich, dass sie ihr Handwerk versteht. Von Anfang an sei es von Vorteil gewesen, dass sie mit Kamm und Schere umzugehen weiß, sagt sie. Das habe sich auch in der Scherschule im Schwarzwald gezeigt, die sie vor der Eröffnung ihres Salons besuchte. Während sie den letzten Spitzen zu Leibe rückt, freut sich Sunny schon auf den nächsten Spaziergang mit seinem Frauchen. Die schließt ihren Hund nach einem abschließenden prüfenden Blick in die Arme und ist zufrieden. Haare schön eben - bis zum nächsten Mal. www.Hundesalon-Haareschoen.de.

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