Gerichts-Urteil : Den Mader nicht verschweigen

Marder können großen Schaden anrichten. Foto: dpa
Marder können großen Schaden anrichten. Foto: dpa

Weil er nicht über Marderschäden im Dachstuhl informiert hatte, muss der Verkäufer eines Hauses Sanierungskosten in Höhe von 25.000 Euro übernehmen.

shz.de von
15. Februar 2013, 04:38 Uhr

Koblenz | Das Verschweigen des Schadens sei Arglist, für die gehaftet werden müsse, heißt es in einer Mitteilung des Oberlandesgerichts Koblenz (AZ: 4 U 874/12). Damit gelte auch der Gewährleistungsausschluss im Kaufvertrag nicht mehr.
Im konkreten Fall war im August 2009 im Landkreis Neuwied ein Wohnhaus verkauft worden, bei dem der Verkäufer versteckte Mängel ausschloss. Wenig später stellte der Käufer fest, dass die Dämmung der Speicherdecke großflächig durch Marderfraß zerstört und mit Marderkot versetzt war und forderte vom Verkäufer die Kostenübernahme der Sanierung. Der weigerte sich mit der Begründung, er habe im Jahr 2004 die Dachisolierung teilerneuert und sei davon ausgegangen, dass damit alle Zerstörungen des Marders beseitigt wären.
Das Koblenzer Oberlandesgericht vertrat wie zuvor das Landgericht Koblenz eine andere Rechtsauffassung: Bei der Teilsanierung hätten die Verkäufer einen Einblick in den Umfang der Schäden bekommen, hieß es. Darüber hätten sie bei Vertragsabschluss den Käufer informieren müssen, um diesem die Möglichkeit zu geben, das Ausmaß des Schadens zu untersuchen und den geplanten Kauf nochmals zu überdenken.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen