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Hund in Not : "Das Gejaule hat mir das Herz gebrochen"

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Eine Rellingerin wird auf einen misshandelten Hund aufmerksam und befreit ihn aus seiner misslichen Lage. So findet Rüde Nero ein neues Zuhause in der Gemeinde.

Rellingen | "Ich habe es nicht übers Herz gebracht, den Hund dort zu lassen", sagt Janessa Sieber mit Blick auf den 4-jährigen Schäferhundrüden Nero und erzählt ihre Geschichte: Vor zwei Wochen war Sieber bei Bekannten in Niedersachsen eingeladen. Es war ein schöner Tag und so saß die Gruppe im Garten. Auch die siebenköpfige Nachbarsfamilie befand sich draußen. Doch die Idylle wurde durch das Jaulen eines Hundes gestört. "Er war den ganzen Tag angebunden und nur am Jaulen. Wenn man das hört, bricht es einem das Herz", so Siebert. Seine Leine sei maximal anderhalb Meter lang gewesen.
Sieber habe kurzerhand das Gespräch mit den Besitzern des Hundes gesucht und vorgeschlagen, gemeinsam spazieren zu gehen - mit ihr und ihrem Golden Retriever Rüden. Die Besitzer gaben ihr Nero kurzerhand mit. Bei ihrer Rückkehr, berichtet die Hundefreundin, habe die Nachbarsfrau, bei der Nero damals wohnte, zu ihr gesagt: "Wir wollen das Scheißvieh loswerden." Die anderen Gäste im Garten hätten von Mishandlung und Schlägen gesprochen. "Angeblich wäre auch das Ordnungsamt schon dort gewesen, hätte aber den Hund dort gelassen", so Sieber. Sie dachte nicht lang nach und nahm Nero am Abend mit nach Hause. "Die Familie hat gejubelt, als ich den Schäferhund mitgenommen habe", so die Tierfreundin.

Miserabler Zustand nimmt gutes Ende

Sie habe nicht mit ansehen können, wie der Hund dort gehalten wurde. "Ein Tier einfach mitnehmen geht nicht. Man sollte am Besten das Ordnungsamt rufen. Die erteilen gegebenfalls Auflagen oder sogar ein Tierhaltungsverbot", so Anke Darius vom Tierheim Elmshorn. Sie verstehe die Menschen, die schnell helfen wollen. "Das ist meist jedoch ein Schnellschuss. Denn kaum ist dem einen Tier geholfen, besorgt sich der Halter vielleicht ein neues Tier und so wiederholt sich das Ganze", so Darius.
Sieber ließ Nero zuhause in Rellingen erstmal von einer Tierärztin untersuchen. "Ihr Urteil war eindeutig: Der Hund ist in einem miserablen Zustand", berichtet Sieber. Dank viel Aufmerksamkeit und guter Pflege gehe es dem Hund inzwischen besser. "Nero ist ein lieber Hund, und lebt von Tag zu Tag auf", hat die Rellingerin beobachtet.
Inzwischen hat der Rüde ein neues Zuhause gefunden: Beim Gassigehen haben Sieber und er eine hundeliebe Familie kennengelernt, der Schäferhundrüde kürzlich verstorben war. Nun kann Nero der verbliebenen Hundedame Gesellschaft leisten. Bei gemeinsamen Spaziergängen wurden die Tiere aneinander gewöhnt. "Ich freue mich, dass Nero ein gutes neues Zuhause gefunden hat. Aber gleichzeitig bin ich auch traurig. Ich hätte nicht gedacht, dass es nach so kurzer Zeit so weh tut, ihn abzugeben", so die Retterin.

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erstellt am 26.Jun.2013 | 06:49 Uhr

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