Berberaffen : Buddha klaut Handys

Liebevoll hält die Berberaffen-Mutter ihr Baby im Arm, währened sie es laust. Fotos: Schulz
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Liebevoll hält die Berberaffen-Mutter ihr Baby im Arm, währened sie es laust. Fotos: Schulz

Wer den dickbäuchigen Buddha ärgert, muss mit einem Racheakt rechnen: Der Berberaffen klaut vorlauten Besuchern schon mal ihr Handy.

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02. November 2008, 08:21 Uhr

Weit vornüber gebeugt wuselt Alina über den Boden. Hastig klaubt sie mit ihren Händen kleine Futterpellets aus dem Gras und stopft sich damit die Backen voll. Mal links, mal rechts, ein Stück weiter vorne und dann wieder hinten - das Berberaffen-Weibchen weiß nicht, wohin es zuerst fassen soll. Ihr winziges Baby, gerade mal ein paar Wochen alt, liegt flach auf Alinas Rücken und krallt seine dünnen Fingerchen in ihr Fell. Sein Köpfchen wackelt beängstigend hin und her. Aus dunklen Augen schaut der Kleine nicht gerade glücklich in die Welt. "Mir wird übel", scheint er zu denken, "wie lange soll das Geschaukel noch dauern?"
Viel lieber wäre er jetzt bei seinen Spielkameraden, die ein paar Meter weiter um ihre Mütter toben. Die machens richtig: Auf Bäume klettern, an Ästen schaukeln, und den Kumpels am Bein ziehen. Gleich drei Mal gab es in diesem Jahr Nachwuchs bei den Berberaffen im Tierpark Neumünster. Die Babys genießen ihre Affenfreiheit und werden von der ganzen Bande geliebt. "Berberaffen sind sehr fürsorglich", erklärt Tierpfleger Mario Lichtenberg. "Selbst die halbwüchsigen Männchen schleppen die Kleinen mit Begeisterung herum." Nicht immer zur Freude der Mütter, die ihren Nachwuchs auch mal eifersüchtig gegen die kinderliebe Verwandtschaft verteidigen.

Der freche Buddha
In einer anderen Ecke der Anlage haben gerade zwei Affenmänner Zoff. Ohne Geschrei geht da gar nichts. Buddha, der mit dem dicken Bauch, entblößt wütend die langen Eckzähne. Spock mit den spitzen Ohren zieht den Kürzeren und weicht beleidigt zurück. Zufrieden eilt Buddha wieder zu seinem Stammplatz am Eingang der Affenanlage. Mario Lichtenberg kennt seine Pappenheimer - er weiß, was der Bursche dort will. "Jeder Zoobesucher, der die Affenanlage betritt, muss an Buddha vorbei. Im vergangenen Jahr wollte ein Spaßvogel ihn veräppeln. Da hat der Affe dem Mann kurzerhand die Lederjacke aus der Hand geklaut, und ab damit auf die höchste Kiefer", erinnert sich der Tierpfleger amüsiert. Als Buddha dann dort oben die Jackentaschen ausräumte, mit Geldbörse und Terminkalender spielte und schließlich das Handy ausprobierte, hatten alle Zoobesucher einen riesigen Spaß. Fast alle. Nur einer nicht - dem stand der Angstschweiß auf der Stirn.

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