Sylt eröffnet Fangjagd : Bisamratten sollen in die Fallen gehen

Bisamratten sind ausgezeichnete Schwimmer. Auf Sylt machen sie den Küstenschutz kaputt.
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Bisamratten sind ausgezeichnete Schwimmer. Auf Sylt machen sie den Küstenschutz kaputt.

Da sie immer mehr werden und an Deichen und Co. Schaden anrichten, gibt es nun zwei Euro Belohnung für jedes gefangene Tier.

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12. Februar 2013, 11:23 Uhr

Sylt | Während der Mensch versucht, die Insel durch Deiche zu schützen, untergraben tierische Einwanderer diese Absicht: Die Population an Bisamratten, die an den Deichen ebenso Schaden anrichten wie an den Uferbefestigungen der Vorfluter, erhöht sich nach Beobachtungen der Jägerschaft kontinuierlich. Doch jetzt soll es den Nagern an ihren Pelzkragen gehen – erstmalig wurde auf Sylt ein Fangjagd-Seminar für Bisamratten abgehalten, zudem hat der Deich- und Sielverband wie auch andernorts üblich Prämien ausgelobt: Zwei Euro gibt es für jedes gefangene Tier.
Eigentlich ist die Bisamratte, die im übrigen gar nicht zur Familie der Ratten, sondern zu den Wühlmäusen gehört, im fernen Nordamerika beheimatet. Aufgrund ihres wertvollen Pelzes jedoch wurde sie vor hundert Jahren in Europa eingeführt und hat sich seitdem sprunghaft verbreitet. Vor wenigen Jahren erst fand sie dann auch den Weg über den Damm: "Problematisch ist ihre hohe Fruchtbarkeitsrate – die Weibchen werfen bis zu neun Junge, und das zwei bis drei Mal pro Jahr", weiß Manfred Uekermann vom Hegering Sylt, der das Seminar gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz organisierte.
Zwei Tage lang ließen sich 25 Jäger und Wasserbauwerker von Fachleuten unterrichten – die Teilnahme an einem solchen Seminar ist zwingende Voraussetzung, um Fallen stellen zu dürfen. Förster Christoph Rabeler und der Kieler Polizeibeamte Ferdinand Frenzer unterrichteten die Teilnehmer in Theorie und Praxis – als Mittel der Wahl kristallisierten sich unter den verschiedenen vorgestellten Fallenarten die Lebendfallen heraus. "Diese haben unter anderem den Vorteil, dass Beifänge wie Kaninchen und Fasane wieder unbeschadet ausgesetzt werden können", erläuterte Manfred Uekermann.

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