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Artgerechte Haltung : "Auf Sylt ist alles im grünen Bereich"

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Der Sylter Tierpark und das Aquarium stehen in Sachen artgerechter Haltung exotischer Wildtiere gut da, sagt das Kreisveterinäramt.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2013 | 05:42 Uhr

Sylt | Nachdem die Staatsanwaltschaft im Mai Raubkatzen und einen Elefanten in einem Zirkus in Norderstedt beschlagnahmen ließ, ist die Debatte um artgerechte Haltung von Wildtiere neu entbrannt (wir berichteten). Auf Sylt gastieren zwar keine Zirkusse, die dressierte Tiere zeigen, doch trotzdem gibt es auf der Insel Orte, an denen viele Tiere zusammenleben und Regeln der Tierhaltung beachtet werden müssen: Ein Aquarium und einen Tierpark.
Der Tierpark Tinnum ist seit über 40 Jahren ein Familienunternehmen. Auf 50.000 Quadratmetern beherbergt der Inselzoo rund 400 Tiere. Auf artgerechte Haltung legt die Familie Christiansen nach eigener Aussage großen Wert: "Wir bekommen regelmäßig und unangekündigt Besuch vom Veterinäramt", berichtet Sabine Christiansen. "Jedes Mal gibt es Hinweise, wie zum Beispiel, dass ein Vogelgehege vergrößert werden muss, aber wir kommen diesen Auflagen dann natürlich nach."

Den Tieren geht es hier gut

Das bestätigt auch Mutter Martha Christiansen: " Mein Sohn geht regelmäßig auf Fortbildungen, um alles in Ordnung zu halten." Auch für die Besucher ist eine artgerechte Tierhaltung laut Hauke Christiansen sehr wichtig. "Wenn ein Tier nur apathisch in einer Ecke sitzt, merken die Leute das doch sofort. Aber unseren Tieren kann man ansehen, dass es ihnen gut geht. Auch Wildtiere wie die Uhus und Adler sind zufrieden und fliegen durch ihre Gehege."
Einzuhaltende Auflagen für Tierschutz und artgerechte Haltung gab es hingegen nicht immer: "Als mein Vater vor 40 Jahren den Park gründete, da brauchte man noch keine Genehmigung", erinnert sich Sabine Christiansen. Die Bürokratie und die Auflagen seien erst mit den Jahren gewachsen. Der Aufwand ist dabei je nach Tierart ganz unterschiedlich, wie Hauke Christiansen erzählt: "Für die Greifvögel mussten wir schon häufiger die Größe der Ställe anpassen, aber für die Haltung von Alpakas gibt es überhaupt keine Richtlinien."

Keine Klagen und regelmäßige Kontrollen

Auch der Leiter des nordfriesischen Veterinäramtes, Dr. Dieter Schulze, erklärt, dass es anspruchsvolle und weniger anspruchsvolle Tierarten gäbe. "Schweinswale kann man zum Beispiel gar nicht in einem Zoo halten , das wäre nicht artgerecht." Je anspruchsvoller und exotischer eine Tierart, umso mehr bemühe sich der Gesetzgeber, die Haltungsbedingungen genau zu definieren. Die Tierarten, die im Sylter Tierpark und im Aquarium gehalten würden, seien allesamt sehr unproblematisch in der Pflege. Das gelte besonders für domestizierte Tiere wie Ziegen oder Esel, aber auch Wildtiere wie Adler, Uhus und Haie könnten bei Einhaltung der vorgeschriebenen Käfig- und Beckengrößen und anderer EU-Richtlinien gut in einem Tierpark oder Aquarium gehalten werden.
"Wir kontrollieren die Haltung, Fütterung und Pflege der Tiere und die Qualifikationen der Mitarbeiter regelmäßig und auf Sylt ist alles im grünen Bereich", sagt Schulze. Fragt man Jasmin Hartwig vom Tierheim Sylt, so sind ihr bisher keine Klagen über Tierpark oder Aquarium zu Ohren gekommen. Ganz im Gegenteil: "Wir haben erst kürzlich zwei Brandenten an den Tierpark abgegeben." Probleme erkennt die Tierexpertin weniger bei den kommerziellen Angeboten: "Hier auf Sylt, wie überall anders auch, werden häufig Kleintiere zu Hause zu eng gehalten", berichtet Hartwig. Auch viele Katzen und Hunde seien betroffen. "Viele dieser Tiere haben hier schlicht zu wenig Auslauf."
Auch das privat geführte Sylt Aquarium muss sich an strenge Auflagen halten: "Auch wir unterliegen der Gehegeverordnung", sagt Geschäftsführer Dr. Dennis Warneke. So gebe es eine festgeschriebene Kopfzahl von Pflegern pro Tier. Zu kleine Aquarien oder falsche Haltung wären zudem nicht ökonomisch. "Du kannst einen Fisch nicht irgendwo reinsetzen und erwarten, dass er dort überlebt. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen."

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