Petition nach Löwen-Tötung : 96.000 Unterschriften gegen Kopenhagener Zoo

Über 95.000 Unterschriften konnte die Petition gegen den Kopenhagener Zoo bis Donnerstagnachmittag bereits verbuchen.
Über 95.000 Unterschriften konnte die Petition gegen den Kopenhagener Zoo bis Donnerstagnachmittag bereits verbuchen.

Der Zoo warnt vor „Disneyfizierung“ der Natur. Trotzdem unterzeichnen tausende Nutzer eine Petition im Internet. Nach der Tötung von Giraffe Marius im Februar wurden in dieser Woche vier Löwen wegen eines anstehenden Generationenwechsels eingeschläfert.

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27. März 2014, 14:53 Uhr

Kopenhagen | Der neue Shitstorm gegen den Kopenhagener Zoo nach der Tötung von vier Löwen schwillt im Internet weiter an. Bis zum Donnerstagmittag unterzeichneten mehr als 96.000 Menschen eine Protest-Petition. Eine Liste mit den ersten 66.000 Unterstützern der Petition sei bereits von der Initiatorin nach Dänemark geschickt worden, hieß es.

Dort warnte der Zoo erneut vor einer „Disneyfizierung“ der Natur und warb für eine sachliche Debatte über die Löwen, die am Montag starben. Sechs Wochen zuvor hatte die Schlachtung von Giraffe Marius einen weltweiten Aufschrei verursacht.

„Wir erwarten nicht, dass es annähernd so heftig wird wie beim letzten Mal“, sagte Zoo-Verwaltungsdirektor Steffen Stræde der Zeitung „Politiken“ mit Blick auf die Kritik. „Aber wir nehmen den Sturm mit und denken, dass es eine wichtige Diskussion ist, die es sich zu führen lohnt.“ 

Deutsche Zoodirektoren haben sich mittlerweile von ihrem dänischen Kollegen distanziert. „Wenn man züchtet, muss man sich vorher überlegen, wo die Jungtiere bleiben können“, sagte der Frankfurter Zoo-Chef Manfred Niekisch. Die Tötung der Tiere hätte mit vorausschauender Planung wohl vermieden werden können, sagte Niekisch. Auch bei ihm würden Raubtier-Junge nach einer gewissen Zeit von den Eltern getrennt und anderswo untergebracht. „Wir haben bisher immer einen Platz gefunden“, sagte Niekisch.

Eine Sprecherin der Stuttgarter Wilhelma betonte, dass wegen drohender Inzucht oder zu starker Vermehrung keine Tiere getötet werden dürften. Es gebe Verhütungsmethoden, um die Fortpflanzung zu verhindern. Der Verwaltungsdirektor des Kopenhagener Zoos, Steffen Stræde, lehnt Empfängnisverhütung bei seinen Löwen jedoch ab. „Es ist nicht vollständig erforscht, wie die Verhütung bei Löwen wirkt.“ Deshalb versuche man es meist mit einer Mischung aus Menschen- und Tier-Verhütung. Damit sterilisiere man die Tiere aber im schlimmsten Fall.

Deutsche Zoos töten nach Einschätzung des Verbands deutscher Zoodirektoren im europäischen Vergleich eher selten Tiere aus Zuchtgründen. „Dafür ist ausdrücklich ein “vernünftiger Grund„ nötig“, sagte Geschäftsführer Peter Dollinger. Das Vorgehen des Zoos in Kopenhagen hält Dollinger für prinzipiell nachvollziehbar.

Allerdings bleibe zum Beispiel die Frage offen, warum sich die beiden Löwen noch paaren durften. Der Zoo hatte am Montag zwei ausgewachsene Löwen und deren Junge eingeschläfert, um Platz für ein neues Zuchttier zu schaffen und Inzucht zu verhindern.

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