EMS-Training : Sport mit Reizstrom: Kein Schmerzensgeld für Muskelkater

Den Eingang in Sport und Fitness fand EMS in den 1970ern.
Den Eingang in Sport und Fitness fand EMS in den 1970ern.

Für eine Frau waren die Folgen des EMS-Trainings zu belastend – sie verklagte daraufhin eine Studiobetreiberin.

shz.de von
06. August 2018, 15:58 Uhr

Köln | In 20 Minuten denselben Effekt erzielen wie beim konventionellen 90-Minuten-Work-Out: Das Wunder vollbringen soll eine Methode namens Elektromuskel- oder Elektromyostimulation (EMS). Bei dem Training werden Muskeln durch elektrische Reize stimuliert. Doch führt die Methode auch zu dauerhaften Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schlafstörungen oder gar Nierenversagen ? Das Landgericht Köln hat nun entschieden: nein. Dasselbe gilt für etwaiges Schmerzensgeld für Muskelkater infolge des Trainings.

Die Richter befassten sich mit dem Fall einer Frau, die sich Ende 2015 in einem Sportstudio einem EMS-Training unterzog. Doch anstatt eines Trainingserfolgs stellten sich – nach Angaben der Klägerin – nur Beschwerden ein. Kopfschmerzen, Unwohlsein und ein erhöhter Wert eines Enzyms im Blut, das auf die Gefahr eines akuten Nierenversagens hingewiesen hätte. Bis heute leide sie unter Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Gliederschmerzen. Sie forderte 5500 Euro Schmerzensgeld.

Das Landgericht beauftragte nun einen Sachverständigen, der zu einem eindeutigen Ergebnis kam: Das EMS-Training hat mit den meisten Beschwerden nichts zu tun. Für nachvollziehbar hielt der Sachverständige lediglich, "dass sich die Klägerin über einige wenige Tage unwohl fühlte und unter Kopfschmerzen litt – verursacht durch einen heftigen Muskelkater wegen der ungewohnten Belastung", so ein Gerichtssprecher. Auch den Schmerzensgeldanspruch der Frau lehnte das Gericht ab. Muskelkater sei bei jeder Art sportlicher Betätigung zu erwarten.

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